Schleusingen (wotan) - Am 11. September 2011 konnte sich Schlossverwalter Christian Stoischek über mangelndes Besucherinteresse bei den Burgführungen nicht beklagen. In den teilweise sonst für den Besucherverkehr nicht geöffneten Burgbereichen herrschte ein reges Treiben.
Nach Besichtigung der Domzimmer, die stark renovierungsbedürftig sind, führte Christian Stoischek die Besucher in den Rittersaal, von wo man den Haunsturm und den Hexenturm erreichen konnte. Die kleinen Gefängniszellen erlaubten kein aufrechtes Stehen und waren nur etwa zwei Quadratmeter groß, keine komfortablen Haftbedingungen. Das war zur mittelalterlichen Zeit auch keinesfalls gewollt und hat vielleicht den Insassinnen des Hexenturms den Gang zum Scheiterhaufen erleichtert.
Im Gewölbe unter dem Rittersaal ließ sich an kleinen Lüftungsluken feststellen, dass im Keller die Schlossmauern etwa zwei Meter dick sind und sich nach oben allmählich verjüngen. Das Schloss wurde im 15. und vor allem im 16. Jahrhundert stark befestigt. So sind mit Batterietürmen im Westen der Burg Voraussetzungen für die Verteidigung mit Feuerwaffen geschaffen worden. Noch im 16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau der stark befestigten Anlage zu einem Renaissanceschloss, indem den alten Gebäudeteilen ein Fachwerkgeschoss aufgesetzt und die Schlosstürme erhöht wurden. Die Burg erhielt ihr heutiges Aussehen.
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