Beverungen (pv) – Die Domglocken läuteten einen unvergesslichen Abend für alle Fans der kölschen Band BAP ein. Die Dinosaurier ihres Genres wussten mit dem wieder genesenen Frontmann Wolfgang Niedecken ihre Fans von der ersten Minute an, zu überzeugen.
Die Freunde deutscher Rockmusik hielten den Atem an, als im November letzten Jahres die Nachricht die Runde machte, BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken habe einen Schlaganfall erlitten. Das für letzten Herbst anberaumte Konzert wurde zunächst einmal auf Eis gelegt. Anfang des Jahres kam dann die frohe Botschaft: Wolfgang Niedecken geht es wieder gut und das Konzert in Beverungen wird im Mai nachgeholt.
Ein sichtlich entspannter Niedecken betrat mit seinen Jungs die Bühne und wurde von seinen Fans stürmisch begrüßt. Für den kölschen Jungen hatte das Jahr ja auch schon gut angefangen. So bekam er jüngst aus den Händen seines Freundes „Campino“ von den „Toten Hosen“, den „Echo“ für sein Lebenswerk überreicht. Für Niedecken viel zu früh, schließlich hat er ja noch einiges vor. Flapsig meinte er auf der Beverunger Bühne dazu: „Udo würde jetzt sagen: Hinterm Lebenswerk geht’s weiter.“
Wolfgang Niedecken feiert seine Genesung und lässt seine Fans daran teilhaben. 3 Stunden lang, ohne Pause, machte er das, wofür ihn seine Fans lieben, Musik, die zwar für Ostwestfalen manchmal unverständlich ist, diese aber dennoch mitgehen lässt. Musikeinflüsse von den Kinks, den Rolling Stones und natürlich von Bob Dylan sind unverkennbar. Zusammen mit Gitarrist Helmut Krumminga (seit 1999 dabei), Bassist Werner Kopal (seit 1996), Keyboarder Michael Nass (seit 1999 dabei) und Schlagzeuger Jürgen Zöller (seit 1987 dabei) rockt er die Stadthalle. Mit Letzterem feierte auf der Beverunger Stage das Jubiläum 25 Jahre BAP. Es war eine Art Silberhochzeit, die die beiden zelebrierten.
Seit 1976 gibt es die bekannteste kölsche Rockband schon und 1984 waren sie das erste Mal in Beverungen. Ihre Rockhymne „Verdamp lang her“ begeisterte damals schon das Publikum, so auch in diesem Jahr. Natürlich dürfen Lieder wie „Kristalnaach“ oder „Alexandra“ nicht fehlen. Teilweise wird BAP bei einigen Stücken von Anne de Wolff mit Violine oder Cello begleitet.
Aber auch viele neue Stück werden von BAP gespielt. So gleich zu Beginn das wohl Bekannteste: „Halv su wild“. Mit "Worüm dunn ich mir dat eijentlich ahn?" gibt es auch eine kleine Persiflage auf den 1. FC Köln und mit "Chlodwigplatz" Lieder aus der Heimatstadt Köln. Mit dem Dylan-Song „Für immer jung“, verlässt BAP am Ende die Bühne.
„Geht doch“, war der kurze Kommentar Niedeckens nach der Show.
Natürlich war das Umfeld des Konzertes durch die Kulturgemeinschaft wieder perfekt organisiert und kein Fan verließ die Halle vor dem letzten Ton auf der Bühne. Alle waren sich mal wieder einig.: Das war Rockmusik vom Allerfeinsten.
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