Abiturienten spielen Theater

Sofaszenen bei „Herz ohne Füllung“

Beverungen (bs) - Der Literaturkurs der Jahrgangstufe 13 unter der Leitung von Deutschlehrer Thomas Buschmeyer führte ein selbst geschriebenes Theaterstück in der Aula des Gymnasiums auf. Die Schüler und Schülerinnen hatten dem Stück den Titel „Herz ohne Füllung“ gegeben.

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In Szene 1 des Theaterstücks sitzt man gemeinsam auf dem Sofa, und doch ist jeder allein und am Anderen nicht interessiert.

© Foto: Siebrecht

Das Schauspiel in Form einer Farce wurde in vier Szenen gegeben. Alle Szenen spielten in einem Wohnzimmer, das nacheinander von vier Wohngemeinschaften bewohnt wurde. Die Figuren der Wohngemeinschaften standen untereinander in keiner erkennbaren Beziehung und drei der Wohngemeinschaften starben am Genuss von (vergifteten?) Schokoladenherzen ohne Füllung. Die Wohngemeinschaften, unterschieden sich stark in ihrem Bildungsstand und ihrem Sprachgebrauch. Erschreckende Gemeinsamkeit war die Interesse- und Lieblosigkeit im Umgang der Figuren miteinander. Von Szene und Wohngemeinschaft eins bis vier sanken der Bildungstand, die Manieren und die Kommunikationsfähigkeit und stiegen der Alkoholmissbrauch und das Aggressionspotential. Schon von der ersten Szene an konnte das Publikum erkennen, dass die Versuche der Figuren miteinander ins Gespräch zu kommen entweder völlig unkommentiert blieben oder mit Floskeln abgebrochen wurden. In Szene 2 bestand die Unterhaltung hauptsächlich aus dem Versuch voreinander mit den eigenen (eingebildeten) Talenten anzugeben. In der dritten Szene wurde die „Unterhaltung“ hauptsächlich mit Ausdrücken wie „krass“ und „geil“ bestritten. In den ersten drei Wohnzimmerszenen spielte das Thema Sport und Schönheit eine Rolle und mit den Worten „Ich geh laufen“ entzogen sich mehrfach die Figuren einem Dialog.

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Szene 4: Kommunikationslosigkeit führt am Ende zu Aggression zeigten die Gymnasiasten in ihren Theaterstück.

© Foto: Siebrecht

Bei der vierten Wohngemeinschaft kam gar keine Sprache mehr zum Einsatz. In beklemmender Stille und mit leblosem Gesichtsausdruck wurde Dosenbier getrunken und in den Fernsehbildschirm geglotzt bis sich der aufgestaute Frust zunächst in Gewalt gegen Dinge und dann gegeneinander richtete. Als Höhepunkt wurden leere Bierdosen getreten, die Füllung aus Kissen gerissen und der Wohnzimmertisch mit einem Vorschlaghammer zertrümmert.

Das Publikum verließ tief beeindruckt den Saal. Die jungen Erwachsenen hatten eindrucksvoll gezeigt wie sich durch alle Bildungsschichten eine immer stärker werdende Sprachlosigkeit entwickelt und Aggressionen entstehen, wenn das Interesse am Anderen verlorengeht und völlig ichbezogene Menschen mit leeren Herzen aufeinandertreffen.

Die schauspielerischen Leistung der Abiturienten war beeindruckend und das Thema des selbst geschriebenen Stücks zeitgemäß und aufrüttelnd.

An dem Theaterstück waren beteiligt: Szene 1: Jan Philip Seel, Robin Simolka, Matthias Hachmeyer, Christan Ghoil, Alicia Kuhlmann, Szene 2: Jochen Waßmuth, Jan Wozniak, Meike Röseler, Kevin Spindler, Can Diekmann, Szene 3: Kristina Schäfer, Nicole Blachut, Tizian Veigel, und Chengiz Mutlu und Szene 4: Kevin Krebil, Nico Krieger, Johanna Wemmel, Timo Baumgart. Für die Technik sorgte Nils Nolte.

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