Bad Berka (Zentralklinik Bad Berka) - Bereits zum 8. Mal fand am vergangenen Samstag das Symposium der Klinik für Palliativmedizin der Zentralklinik Bad Berka statt. Die inzwischen gut eingeführte Veranstaltung hatte rund 200 Gäste in den Veranstaltungssaal des Krankenhauses gelockt, die gespannt die Vorträge der renommierten Referenten verfolgten. Gemeinsam mit dem Tumorzentrum Erfurt e. V. hatte die Klinik zu dieser Tagung eingeladen, da vor allem Tumorpatienten am Ende ihres Lebens Hilfe von der Palliativmedizin erwarten.
Im Mittelpunkt des Symposiums „Ich mache jetzt Schluss - Suizidalität - (k)ein Thema auf Palliativstationen?“ stand der Umgang mit dem selbstgewählten Tod schwerkranker Patienten. Dr. Beate Will, Leitende Ärztin der Klinik für Palliativmedizin, referierte in ihrem Eröffnungsvortrag über die Alternativen des von den Patienten ersehnten Tod und zeigte Möglichkeiten auf, den Betroffenen durch eine umfassende palliative Versorgung sowie psychologische Betreuung zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Dennoch musste auch sie anerkennen: „Da dies aber trotz größter Anstrengung nicht bei jedem gelingt, widmet sich unser Symposium genau den Patienten, die ihren baldigen Tod ungeachtet aller palliativmedizinischer Behandlung alternativlos herbeisehnen und gegebenenfalls auch selbst herbeiführen oder herbeiführen lassen wollen.“
Für die Teilnehmer, vor allem Ärzte und mit der Pflege Schwerkranker vertrauter Pflegekräfte aus Thüringen und angrenzenden Bundesländern, ergaben sich zahlreiche Fragen, wie mit dem Wunsch nach dem Tod umzugehen sei. Antworten auf diese Fragen versuchte u. a. der Theologe und Philosoph Professor Dr. Eberhard Tiefensee von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt zu geben. In seinem Vortrag »Schluss machen« − Einige philosophisch-theologische Aspekte“ verwies er darauf, dass dieses Thema die Menschheit schon seit den Zeiten der griechischen Antike beschäftige und auch heute noch bewege. Trotz allen medizinischen Fortschritts sei eben nicht gelungen, den Menschen die Angst vor einem langsamen und auch möglicherweise schmerzvollen Sterben zu nehmen. Mancher sehne sich dabei den eigenen Tod in der Hoffnung herbei, dadurch Erlösung von seinem Leiden zu finden.
Aber auch Fragen nach einer konkreten Hilfe für suizidgefährdete Personen erörterten die Teilnehmer nach einem Vortrag des Psychiaters Professor Dr. Manfred Wolfersdorf aus Bayreuth, der Maßnahmen aufzeigte. Thomas Bille, Journalist und Moderator von MDR Figaro, lud die Teilnehmer ein, ihre Fragen direkt an die verschiedenen Referenten zu richten und brachte somit eine lebhafte Diskussion in Gang.
Dr. Beate Will von der zum Verbund der RHÖN-KLINIKUM AG gehörenden Zentralklinik Bad Berka resümierte abschließend, dass das Symposium die Vielschichtigkeit des Themas Suizidalität unter medizinischen, ethischen, rechtlichen, aber auch philosophischen Aspekte aufgezeigt habe. Auf viele Fragen gäbe es keine einfachen Antworten, so dass oftmals nur durch das Zusammenwirken verschiedener Angebote den Patienten letztlich geholfen werden könne. Die Leitende Ärztin erklärte abschließend, dass die Reihe der Palliativ-Symposien an der Zentralklinik auch im nächsten Jahr wieder fortgesetzt werde.
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Zentralklinik Bad Berka GmbH
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