Thüringen (AOK PLUS) - Die von der Regierungskoalition erwogene Zahlung zusätzlicher 400 Mio. Euro an die Krankenhäuser im kommenden Jahr lehnt die AOK PLUS strikt ab. „Mehr als ein Drittel unseres Gesamtbudgets geben wir bereits heute für Krankenhausleistungen aus“, rechnet Rolf Steinbronn, Vorsitzender des Vorstandes der AOK PLUS, vor.
„Und gerade dort steigen die Ausgaben deutlich stärker als in anderen Leistungsbereichen. Mit zusätzlichen Geldern nach dem Gießkannenprinzip würden nur zum Teil verkrustete Strukturen gefestigt und ein fairer Wettbewerb verhindert. Unsere Versicherten hätten davon keinen spürbaren Nutzen“, bekräftigt der Vorstandschef der größten Krankenkasse im Freistaat.
Steinbronn fordert statt dessen eine langfristig ausgewogene Gesundheitspolitik und innovative Wege bei einer sektorenübergreifenden Betreuung. „Mit einem millionenschweren Geschenkpaket für nur einen Sektor werden die Grenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung verstärkt statt diese kooperativ durchlässiger zu gestalten. Genau das fordert übrigens auch das neue Versorgungsgesetz.“
Den Krankenhäusern in Thüringen und Sachsen geht es so schlecht nicht. Für 85 Prozent der Krankenhäuser in beiden Freistaaten liegen zur Zeit die Jahresabschlüsse 2009 vor und weisen einen Gewinn von insgesamt 217 Millionen Euro aus. Das entspricht einer Erlösrendite von mehr als 6 Prozent. Dieser Trend setzt sich auch im jetzt bereits überschaubaren Jahr 2010 fort.
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