Meiningen (tk) - In den Meininger Grundschulen blieben heute wahrscheinlich viele kleine Stühle leer. Anlässlich des Internationalen Kindertages hatten das Meininger Theater, die Meininger Museen und die Stadt- und Kreisbibliothek „Anna Seghers“ gemeinsam zu einem abwechslungsreichen Programm geladen. Im Zentrum des Geschehens stand der deutsche Dichter und Zeichner Wilhelm Busch.
Gespannt lauschen die Kinder, was Folkert Streich über die Theaterwelt zu berichten hat.
© Foto: Tina KwiatkowskiDessen beiden wohl bekanntesten Figuren widmete sich das Meininger Puppentheater und brachte in den Kammerspielen die Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ zur Aufführung. Die berühmten sieben Streiche der Beiden sind bei Kindern wie auch bei Erwachsenen beliebt. Was viele jedoch nicht wissen: Der junge Wilhelm Busch trieb in seiner Kindheit selbst so manchen Unfug und ließ sich letztlich durch die Freundschaft, die er zu seinem Altersgenossen Erich Bachmann pflegte, für sein berühmtestes Kinderbuch inspirieren.
Diese und viele andere wissenswerte Dinge über den unbekannten Wilhelm Busch wussten die Meininger Museen zu erzählen. In der Kulisse der ehemaligen Reithalle, die heute das Meininger Theatermuseum beherbergt, brachten Museumspädagoge Axel Wirth und der Literaturhistoriker Dr. Andreas Seifert so manche Anekdote und einige der weniger bekannten Geschichten des Dichters zu Gehör. Seifert war dafür in die Rolle Rudolf Baumbachs geschlüpft, welcher nicht nur ein Zeitgenosse Buschs, sondern ebenfalls Dichter und Zeichner war.
Frech wie bei Max und Moritz ging es indessen auch in der Stadt- und Kreisbibliothek zu. Der Schauspieler Rainer Rudloff begeisterte dort mit zwei lebhaften Lesungen. Während die eine von sprechenden Hunden, schlabbernden Vätern und einem wütenden Drachen erzählte, drehte sich in der anderen alles um freundliches oder fieses Frechsein.
Zwar nicht direkt auf Wilhelm Busch bezogen, aber dennoch interessant für die Kinder, waren die Programmpunkte, die das Meininger Theater abseits des Puppenspiels bot. In einem musikalischen Klassenzimmer stellten Musiker der Hofkapelle verschiedene Instrumentengruppen wie Streicher oder Blasinstrumente vor. Pressereferent Folkert Streich nahm die neugierigen Kinder mit auf einen Streifzug hinter die Kulissen des Theaters und erklärte ihnen, was sich abseits von Glanz und Gloria eines Schauspielhauses abspielt.
Besonders eifrig war die Meininger Grundschule „Am Pulverrasen“ der Einladung der Veranstalter gefolgt - sie nahm mit allen elf Klassen und mehr als 240 Schülerinnen und Schülern an den Aktionen des Kindertages teil.
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