Streufdorf (wotan) - Am 09. Juni 2012 wurde im Zweiländermuseum Rodachtal eine Sonderausstellung zu den Ereignissen vom 05. Juni 1952 eröffnet und der Zwangsvertreibung von Streufdorfern gedacht.
Zahlreiche Besucher konnten Horst Gärtner und Andrea Herz am Samstagnachmittag vor dem Zweiländermuseum Rodachtal begrüßen, welche sich die Ausstellung über die Zwangsaussiedlung am 05. Juni 1952 ansehen wollten.
Die Bewohner von Streufdorf hätten vor 60 Jahren als Einzige in Südthüringen aktiven Widerstand gegen die Zwangsaussiedlung ihrer Mitbürger geleistet.
Als am 05. Juni 1952, um vier Uhr die Zwangsaussiedlung von acht Familien in Streufdorf begonnen hatte, errichteten Streufdorfer Bürger Barrikaden, um die Abfahrt der LKW mit dem Umzugsgut zu verhindern. Die Kirchenglocken wurden geläutet und die LKW teilweise wieder abgeladen. Die eingesetzten Polizei- und Hilfskräfte mussten Verstärkung anfordern und erst nach vielen Stunden wurde die Aktion fortgeführt.
Zahlreiche Streufdorfer mussten wegen ihres Einschreitens am 05. Juni 1952 für Jahre ins Zuchthaus, andere flohen über die offene Grenze in die BRD. Eine Petition zur Freilassung des inhaftierten Streufdorfers Bauer wurde von 175 Personen unterschrieben, hatte aber keinen Erfolg.
Unter den Besuchern waren zahlreiche Zwangsausgesiedelte, so der Hauptmann a. D. der Bundeswehr Eichhorn aus Ummerstadt, welcher im Traditionsverein seines Heimatortes aktiv ist.
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