(dbp/nas) - Belastbar sein, flexibel bleiben: Tag für Tag hat die Wirbelsäule buchstäblich einiges zu ertragen. Gemeint ist nicht nur unser Körpergewicht – bei Bewegungen oft sogar ein Vielfaches davon – sondern zum Beispiel auch Stress. Egal ob uns „die Angst im Nacken sitzt", ob wir uns sprichwörtlich etwas aufladen oder einfach zu wenig bewegen: Es wirkt sich schmerzlich auf die Wirbelsäule aus. Doch dagegen lässt sich etwas tun.
Wer im Beruf schwer heben muss oder viel vor dem Rechner sitzt, büßt im Laufe seines Lebens immer mehr Beweglichkeit im Oberkörper ein. Das macht sich irgendwann bemerkbar: „Der Brustkorb wird mit der Zeit immer fester, oben und unten schraubt sich die Hals- und Lendenwirbelsäule jeweils ‚wund'", erläutert der Physiotherapeut und Osteopath Martin Hauck-Trampe.
Täglich „rumhängen"
Die Beweglichkeit des Brustkorbs wiederherzustellen sieht er deshalb als entscheidend an. Wer kann, sollte sich jeden Tag an einen starken Ast oder eine Reckstange hängen. Als einfache Übungen, mit denen man – je nach gesundheitlicher Verfassung – etwas für seine Wirbelsäule tun kann, empfiehlt der Physiotherapeut zum Beispiel folgende:
• Die Beine im Liegen nach links und die Arme gleichzeitig nach rechts bewegen und umgekehrt.
• „Sidesteps" beim Laufen einbauen, also die Füße vorn und hinten überkreuzen.
• Einen „Katzenbuckel" auf allen Vieren machen und die Wirbelsäule dann nach unten drücken.
• Sich auf dem Bürostuhl einfach mal mit im Nacken verschränkten Armen nach hinten lehnen.
Außerdem rät Hauck-Trampe zu Ausdauertraining. Mit jedem Atemzug müssen sich die Rippen aufrichten und wenn die Lungentätigkeit mit dem Training verstärkt wird, stärkt dies auch die Brustmuskulatur. Dabei gilt: Vorsichtig anfangen, vor allem, wenn man länger nichts getan hat.
Ursachen können auch anderswo liegen
Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule können aber auch anderswo verursacht werden: Jede Veränderung im Bauchraum, egal ob eine Lungenentzündung, Asthma, Magenbeschwerden oder ein Kaiserschnitt, hat laut Martin Hauck-Trampe Auswirkungen auf Hals und Nacken. Der Grund: Die Organsysteme der Atmung und Verdauung sind aus osteopathischer Sicht eng mit der Wirbelsäule verbunden. Auch Probleme der Kiefergelenke können sich über die Halswirbelsäule bemerkbar machen.
Bei Beschwerden sollte spätestens dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Schmerzen anhalten oder ausstrahlen, wenn man einen Kraftverlust in den Armen bemerkt, Lähmungserscheinungen oder man Probleme beim Hören, Sehen und Sprechen hat. Wer aber einfach nur akut verspannt ist, dem hilft vielleicht die gute, alte Wärmflasche – übrigens nicht (nur), wenn man sie auf den schmerzenden Nacken packt. „Versuchen Sie es mal auf dem Bauch oder dem Brustkorb, dann wirkt die Wärme über die Organsysteme dort, wo vielleicht der eigentliche Grund für die Verspannungen ist", rät Martin Hauck-Trampe.
Mehr zum Thema Rücken und Wirbelsäule unter www.gesund-durch.de/gesundheit_a-z/knochen-und-gelenke.
Noch keine Kommentare vorhanden