Holzhäuser Heckethaler

Die Facetten des Glücks

Bild anzeigen

Die Jurymitglieder und die Autoren. Anna Oldenburg (4.v.l.) daneben Renate Handge, Juryleiter Dr. Burckhard Garbe, Milan Weber und Marvin Hucke.

© Foto: Seidenstücker

Von Inge Seidenstücker


Holzhausen – „Glück“ war das Thema bei der Verleihung des 17. Nordhessischen Literaturpreises, dem Holzhäuser Heckethaler, bei dem Autoren von Kurzgeschichten teilnehmen konnten.
Da hatte die neunköpfige Jury wieder einiges zu tun. Allen voran Dr. Burckhard Garbe, der diesen Literaturwettbewerb in 2002, gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Dagmar, ins Leben rief. Er las die 361 eingereichten Prosa-Texte und sortierte diese vor, um dann mit allen Jurymitgliedern die 1. und 2. Sieger der beiden Kategorien 14 bis 29 Jahre aus Hessen stammend und der Altersgruppe ab 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet, auszuwählen.
Wieder hatte Garbe einige Stilblüten, aus dem „Geschichten-Tsunami“ für das Publikum aus den eingesandten Texten zusammengestellt und las Beispiele vor, die schnell zum Ausschluss eines Preises gesorgt hatten. So wurde das Wort „Glück“ manchmal ziemlich strapaziert und fand als Käfer, Pilz, Klee, Wünsche oder als Liebes- über Finder- bis Sauglück zahlreiche Bezeichnungen. Doch gab es auch Geschichten, in denen das Wort Glück überhaupt nicht vorkam. Klischeewendungen führten ebenso gleich zum Ausschluss. „Manchmal fragt man sich, ob der Autor den Leser auf den literarischen Arm nehmen will“, sagte Garbe schmunzelnd.
Literarisch, spannend, überraschend, unterhaltsam, witzig oder komisch aber auch traurig und ernst war die Anforderung an die Texte.
Mit seiner Geschichte „Als meine Oma fliegen lernte“ rührte der 17jährige Marvin Hucke aus Fulda sehr an und erhielt dafür den ersten Preis in der Kategorie 14 bis 29 Jahre aus Hessen, der mit 500 Euro dotiert ist.
Seine Geschichte handelt von der sterbenden Oma, die ihren Traum vom Fliegen zu Lebzeiten nie verwirklichen konnte und erst auf dem Sterbebett ihrem Enkel davon erzählt und dann hinweg fliegt.
Den zweiten Preis von 300 Euro erhielt der 1993 geborene Milan Weber aus Leun mit seiner Geschichte „Glück I, II, III“ in der ein Grashalm aus seinem Leben erzählt.
Die 68jährige Anna Oldenburg aus Nürnberg erhielt den ersten Preis in der Altersgruppe alle ab 14 Jahren, mit der Geschichte „Novemberbruder“, in der sie die letzten Tage dreier Hospiz-Bewohner und deren tiefen Glücksmomenten schildert.
Mit „Nalas Schuhe“ erreichte Renate Handge, 1952 geboren, aus Velbert den zweiten Platz. Um die Bedeutung von Schuhen für die Entwicklung einer aus den Slums in Nigeria stammenden Frau, geht es in ihrer Geschichte.
Unabhängig von der Auswahl der Jury, hatte auch diesmal wieder das Publikum die Aufgabe die besten Geschichten auszuwählen. Dafür gab es dann den Publikumspreis, der wie immer vom Waldhotel Schäferberg gestiftet wurde. Jeweils eine Übernachtung mit Abendessen und Frühstück für zwei Personen ging an die beiden Erstplatzierten Hucke und Oldenburg.
Die Geldpreise wurden, wie auch in den Jahren zuvor von der Stadtsparkasse Grebenstein zur Verfügung gestellt.
Für die musikalische Unterhaltung bei der feierlichen Preisverleihung im Bürgerhaus Holzhausen sorgte die „Bee-Town-Youth-Band unter der Leitung von Ragnar Wende. Die Bewirtung hatte die Vereinsgemeinschaft aus Holzhausen übernommen.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder