Gesellschaft der Freunde der Glaskunst Richard Süßmuth

Förderverein wehrt sich gegen Pläne zur Schließung

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Das Glasmuseum Immenhausen.

© Foto: privat

Immenhausen (hak) Im Zuge der diskutierten Schließung des Glasmuseums Immenhausen hat der Förderverein diesbezüglich folgende Erklärung abgegeben:

„Immenhausen kann sich rühmen, das einzige Spezialmuseum für Glas in Hessen zu haben und zwar eines, das mehrfach ausgezeichnet wurde als ‚empfohlenes Museum‘, Aufnahme in die Top-10-Liste der Museen in Hessen, Auszeichnung mit einem Preis der Paul-Dierichs-Stifung, usw.
Ein Blick in das Gästebuch und die Kommentare beweisen, dass die Konzeption des Museums und seine wechselnden Ausstellungen auf nationale und internationale Zustimmung von Besuchern und ausstellenden Künstlern stößt.
Die Schließung des Hauses würde für die Kultur in Immenhausen einen unwiederbringlichen Verlust bedeuten.

Eine Stadt lebt von der Kultur, von ihren kulturellen Einrichtungen. Und das Glasmuseum ist die einzige städtische Einrichtung, in der ein wichtiger historischer Teil der Immenhäuser Wirtschafts- und Kulturgeschichte erlebbar ist, wo durch wechselnde Sonderausstellungen Glaskünstlern aus dem In-und Ausland ein Forum geboten wird, ihre Werke zu präsentieren.

Im Glasmuseum werden Kindergeburtstage gefeiert und Schulklassen werden in Zusammenarbeit mit der Grundschule an Kunst und Kultur herangeführt.
Erstmalig haben in diesem Jahr Hobbysammler die Möglichkeit, in einer Sonderausstellung ihre Sammlungsobjekte zu zeigen.
Außerdem wird das Museum mit seinem ansprechenden Ambiente als Haus der Kultur für die verschiedensten kulturellen Veranstaltungen, für Trauungen und auch für private Feiern genutzt.
Besonders die Konzerte in der Reihe ‚Glas und Klassik‘ erfreuen sich großer Beliebtheit.

Nicht nur Glasfachleute und Kunstsachverständige sind von dem Museum angetan. Viele Urlauber sind ebenfalls begeistert.
Der Landkreis Kassel bemüht sich, das Märchenland Reinhardswald touristisch zu erschließen und weiter zu entwickeln und Immenhausen ist darin eingebunden. Märchenland-Rad- und -Wanderweg verlaufen durch Immenhausen, ein neuer Wohnmobilstellplatz soll Gäste in die Stadt locken. Aber auch Tagesbesucher haben die Möglichkeit, Interessantes und Sehenswertes zu entdecken und dazu gehört als allererstes das Glasmuseum Immenhausen.
Das Museum hat für die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal. Was hätte die Stadt ihren Besuchern, aber auch ihren eigenen Bürgerinnen und Bürgern sonst zu bieten, was andere Städte nicht auch haben.

Dieser Nutzen lässt sich nicht allein mit Geld in einer Kosten-Nutzen-Rechnung bewerten und Kultur kostet nun einmal Geld. Das gilt für fast alle Museen oder Theater.
Es ist bedauerlich und unverantwortlich, wenn bei Beratungen über notwendige Einsparungen in öffentlichen Haushalten die Kultur zuerst geopfert wird.

Das Jahr 2016 verzeichnete kein Rekordtief, sondern im Gegenteil eine Steigerung um 9,6 % auf 3.219 Besucher gegenüber dem Vorjahr. Andere Spezialmuseen in Deutschland hatten eine Steigerung um 7,6 % und Kunstmuseen von 4,9 %.

Eine Auswertung der Besucherstatistiken der letzten 3 Jahre ergab, dass 36 % der Besucher aus dem Landkreis Kassel und 23 % aus der Stadt Kassel kamen. Ein weiteres Drittel der Besucher aus dem übrigen Deutschland, 6 % aus dem Ausland und 10,5 % aller Besucher kamen aus Immenhausen. Manche davon zum ersten Mal.
Daran lässt sich ablesen, dass das Glasmuseum Immenhausen nicht nur für die Immenhäuser Bevölkerung eine Bedeutung hat, sondern für die gesamte Region und darüber hinaus.

Ein wichtiger Grund für die ‚bescheidene‘ Besucherzahl ist natürlich darin zu sehen, dass die Besucher, die etwas erleben möchten, nicht ständig die Produktion von Glas live miterleben können. An den Tagen, an denen dies geschieht, steigt die Besucherzahl rasant an. Beim letzten Perlensonntag wurden 52 Besucher verzeichnet, 26 davon besuchten das Museum bereits zum wiederholten mal. Das unter den Besuchern nur sieben Immenhäuser waren ist bedauerlich, unterstreicht aber die Bedeutung des Museums für die Region.

Vor allem aber müsste der Bekanntheitsgrad des Museums erhöht werden. Viele Besucher, die erstmalig kommen, sind positiv überrascht vom Angebot und wundern sich, warum sie nicht schon früher davon erfahren haben. Hier gilt es, die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien stärker zu nutzen, um besonders junge Menschen zu erreichen.
Auch ein gastronomisches Angebot hätte eine gewisse Anziehungskraft.

Der Förderverein schlägt vor, regelmäßig Tage der offenen Tür zu veranstalten, an denen auf Eintritt verzichtet wird. An einigen Wochenenden im Jahr werden in Zukunft kostenlose Führungen durch Vereinsmitglieder angeboten.

Die Stadt sollte eine Kooperation mit der Museumslandschaft Hessen anstreben.

Auch das ehrenamtliche Engagement des Fördervereins, der Gesellschaft der Freunde der Glaskunst mit 150 Mitgliedern, von denen einige ehrenamtlich den Besucherdienst an den Wochenenden leisten, spricht für den Erhalt des Museums.
Der Verein finanziert heute durch eingeworbene Spenden und Mitgliedsbeiträge die Sonderausstellungen, erwirbt neue Glaskunstobjekte, kauft Museumsinventar an und finanziert die Werbung.“

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