Kreis Höxter (kai) - Außer vergnügtem Vogelgezwitscher war nicht viel zu hören. Sonntagmorgen um kurz nach acht war noch alles still, doch kurz darauf knatterten die ersten Motoren. 200 Biker, verteilt auf rund 150 Maschinen, versammelten sich am 8. Mai auf dem Gelände der Tonenburg, um gemeinsam zu frühstücken und anschließend die diesjährige Motorradsaison zu eröffnen. Organisiert wurde die beliebte Veranstaltung bereits zum siebten Mal von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW). Die bewährte Zusammenarbeit mit der zuständigen Kreispolizeibehörde wurde erfolgreich fortgesetzt.
Mit einem Motorradaktionstag an der Tonenburg begann die traditionelle Eröffnungsfahrt der Motorradsaison im Kreis Höxter.
© Kai ReinboldMichael Stolte (GfW) freute sich über das erneut große Interesse der Menschen. Die Vorfreude war riesengroß, manche Teilnehmer konnten den offiziellen Beginn der Motorradsaison kaum erwarten: „Die ersten Anfragen haben uns schon um Weihnachten erreicht", so Stolte. Obwohl die Teilnehmerzahl aus organisatorischen Gründen begrenzt ist, erfreut sich die Saisoneröffnungsfahrt im Kreis Höxter bei Motorradfahrern in ganz Nordrhein-Westfalen, in Teilen Niedersachsens und Norddeutschlands steigender Beliebtheit.
Um 10 Uhr fiel der heiß ersehnte Startschuss. Zu den Teilnehmern gehörte auch Ferenc Wayand aus Höxter, dessen türkisfarbene Maschine, eine Pannonia mit Beiwagen, viele Blicke auf sich zog. Die letzten Modelle der ungarischen Traditionsmarke gingen 1975 vom Band. Wayands Gefährt wurde 1961 hergestellt. Der Zweitakter mit 250 cm³ Hubraum erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von immerhin 80-90 km/h. Ferenc Wayand hat in den letzten Jahren öfter an der Saisoneröffnungsfahrt teilgenommen, „aber mit diesem Motorrad bin ich zum ersten Mal dabei", erzählt der gebürtige Ungar, der seit 20 Jahren in Höxter lebt. Ihn und die anderen Fahrerinnen und Fahrer erwartete zur Mittagspause ein besonderes Highlight. Gegen 12 Uhr kehrten die Biker in der Gräflich von Mengersen´schen Dampfbrauerei in Rheder ein, die an diesem Tag ihr 325-jähriges Bestehen feierte. 7.000 Besucher wurden zum Jubiläum erwartet - dagegen wirkte die stattliche Zahl von 200 Bikern und 150 Motorrädern beinahe verschwindend gering.
Während sich die Teilnehmer auf den gut 150 km langen Rundkurs begaben, erteilte die Polizei an der Tonenburg wichtige Tipps zur Verkehrssicherheit. „Kradfahrer haben ein vielfach erhöhtes Risiko, im Straßenverkehr schwerst verletzt oder getötet zu werden", erzählte Anton Niggemann, Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde Höxter. „Eigene Fahrfähigkeiten werden oft überschätzt, die Eigenschaften ihrer Fahrzeuge sind manchen Fahrern nicht so gut bekannt", weiß der Sicherheitsexperte. Risiken zu minimieren und die Fahrsicherheit zu verbessern waren die Ziele des Aktionstages. Auch erfahrene Biker konnten ihr wirkliches Können nach Abschluss der Saisoneröffnungsfahrt am Fahrsimulator testen. Sehtests, von Polizei-Motorrädern begleitete Ausfahrten und die Ausstellung „Strassen – Unorte des Sterbens" sorgten für ein kontrastreiches Programm.
Tonenburg-Inhaberin Paula Pirone nutzte die Gelegenheit, um ihre Verleih-Station für Elektro-Fahrräder vorzustellen. Auf einem großen Parcours durften die E-BIkes kostenlos getestet werden. Noch bis Oktober können die Räder an der Tonenburg für Tagesausflüge angemietet werden. Ganz nebenbei wurde sogar der Corveyer Weltkulturerbe-Antrag unterstützt. An einem eigens dafür eingerichteten Informationsstand konnten sich alle Interessierten über den aktuellen Stand der Dinge informieren.
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