Trafo für Tiere

Die „Zimmer“ können bezogen werden

Suhl (sg) - Vor gut einem halben Jahr traf man sich an dem alten Trafohäuschen und erklärte das Vorhaben, Denkmalschutz mit Naturschutz zu verbinden. Ein „Artenschutzhaus“ für Fledermäuse, Insekten und Co. steht nun bereit.

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Vertreterin der Stiftung Denkmalschutz Berlin, OB Dr. Jens Triebel mit Frank Weiske von der NABU Ortsgruppe Suhl

© Foto: sg

Das Häuschen stammt aus der Gründerzeit um 1900. Die Bauweise mit Jugendstilfenstern findet sich in einem wunderschönen Stadtteil von Suhl, wo viele Denkmäler stehen. Als dann die Schmiedefelder Straße und die Hohe Röder mit sicherer Energieversorgung mit Verkabelung eingesetzt wurde, ging die „alte Anlage“ außer Betrieb.

Eigentümer des Trafohäuschens war die SWSZ GmbH. Die alte Trfaostation wurde nach Prüfung in das Denkmalbuch des Freistaates Thüringen als „Kulturdenkmal technisch, geschichtlich, städtebaulich“ aufgenommen. Im Januar 2000   wechselte der Besitzer, nun war es die Stadt Suhl, die sich Eigentümer nennen konnte. Allerdings war der Verfall, da keine Nutzung vorhanden war, bereits fortgeschritten.

2007 kam Schwung in die Sache. Die Untere Natutrschutzbehörde, angeregt durch andere Projekte, entwickelte die Idee, das Häuschen denkmalgerecht zu sanieren und dem Artenschutz zukommen zu lassen. Die Gruppe Nachtaktiv – Biologen für Fledermauskunde, mit Diplom-Biologe Martin Biedermann, Inken Karst und Wigbert Schorcht wurde im Oktober 2007 ein Gutachten erstellt, ob sich dieses Gebäude für Fledermäuse eignen würde. Mit den Empfehlungen und Hinweisen der Nachtaktiv Gruppe konnte der „Artenschutzturm“ in seine Umsetzung gehen. 2008 begann die Sponsorensuche. Die Rhön- Rennsteig- Sparkasse war gleich bereit 3.000 Euro in das Projekt fließen zu lassen. Somit war der Bauantrag und die Bauplanung abgesichert. 2010 wurden weiter Anschaffungen getätigt. Und von Mai 2011 bis Dezember 2011 wurde eifrig gebaut, geschraubt und umgebaut.

Das Heimatfernsehen „Rennsteig- TV“ würde in naher Zukunft die Webcam sponsern, so dass alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf der Homepage der Stadt Suhl, das Treiben beobachten können. Die Ortsgruppe „NABU“ Suhl e.V. würde sich um die Betreuung des „Artenschutzturmes“ kümmern.

Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel, Andrea Bache vom Umweltamt und Martina Lampert von der unteren Naturschutzbehörde dankten dem NABU, allen voran Herrn Frank Weiske, für die Unterstützung. Mit 5.000 Euro ist die Stiftung Denkmalschutz Berlin der größte Geldgeber dieses Projektes. Herr Stefan Geißler, Geschäftsstellenleiter von Fielmann AG Suhl finanzierte die Gestaltung der Außenanlage des Trafohäusschens, so dass es ein echter „Hingucker“ geworden ist. Die Fenster in den Originalzustand zurück versetzt, hatte Herr Latuske von der der gleichnamigen Bautischlerei aus Benshausen. Ohne zu zögern widmete er sich dem Innenausbau und erließ sogar der Stadt einen Teil der Rechnungssumme. Die Suhler Firma ELA-Tec GmbH war wohl die schnellste Truppe. Denn das Gerüst, welches außen herum stand, musste von heute auf morgen abgebaut werden. Die Firma schickte zwei Mitarbeiter die unentgeltlich die Wand bis zum späten Abend grundierten und anstrichen. Auch Handwerker vom BTZ Rohr wurden von der dortigen neuen Geschäftsführerin Frau Strauch geschickt.

Frau Drews, der Firma Werbung, Graphik und Design aus Eisfeld, half mit viel Engagement bei der Gestaltung der beiden Informationstafeln. In der Ergotherapie des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Neurologie, genauer in der Forensischen Klinik, entstanden in Handarbeit die Nistkästen. Herr Falk Zimmermann der Firma Handwerklicher Service brachte das Dach wieder zum Erstrahlen. Das Ingenieurbüro A&H GbR übernahm die Planung.

Mit viel Freude und Tatendrang gestalteten die Schüler der vorjährigen Lernwerkstatt Natur der Grundschule am Himmelreich und die Steppkes des Rimbachkindergartens gestalteten die Informationstafeln mit. Außerdem überraschten die Kindergartenkinder die Anwesend mit einem kleinen Frühlingslied. Zum Dank durften die Kids ein Eis auf Kosten des Oberbürgermeisters schleckern. „Die Türen sind zu, aber die schlitze sind geöffnet!“, lächelte OB Dr. Jens Triebel. Das Quartier darf nun bezogen werden.

Die „Zimmer“ können bezogen werden

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