Stadtilm (ke) - Ohne Frage - Verkehrserziehung für Kinder ist wichtig und kann gar nicht früh genug beginnen. Wohl kaum ein Name ist vor allem im nördlichen Ilm-Kreis so eng damit verbunden, wie der von Dittmar Heyder.
Die Fröbel-Knirpse wussten schon ganz genau, wie sie sicher über die Straße kommen.
© Foto: Kerstin EngelmannDer Polizist im Unruhestand und Vorsitzende des Verkehrswacht Arnstadt e.V. ist auch heute noch in der Verkehrserziehung aktiv. Seit einigen Wochen besucht er regelmäßig Kindergartenkinder mit einem speziellen Programm zur Verkehrssicherheit. Bei rund 15 Kindergartengruppen wird er in den kommenden Monaten immer wieder vorbeischauen. Momentan vor allem im nördlichen Ilm-Kreis. „Aber ich nehme gerade auch Kontakt zu Einrichtungen im südlichen Kreis auf. Ilmenau-Roda steht schon auf meiner Liste“, erzählt Heyder. Und sogar bis nach Saalfeld habe ihn das Programm schon geführt. Dies bleibe aber eine Ausnahme. Sein Hauptaugenmerk gilt dem Ilm-Kreis-Nachwuchs.
So, wie den zehn Knirpsen, die er am Mittwoch im Stadtilmer Fröbel-Kindergarten besuchte. „Alle zehn kommen nächstes Jahr in die Schule“, erzählt Annegret Eckstein, die Leiterin der kleinsten Stadtilmer Kita. Und auch, wenn die Kinder eigentlich oft viel lieber im Garten spielen würden, stehen regelmäßige Spaziergänge auf dem Programm, um das Verhalten im Verkehr zu üben. „Viele Kinder kennen das gar nicht. Sie werden im Auto bis vor die Tür gebracht und wieder abgeholt.“ Deshalb sei die Verkehrserziehung im Kindergarten so wichtig, begründet sie.
Für Josephine, Leonie, Tobias und die anderen sieben Teilnehmer war es die erste Übungsstunde mit Dittmar Heyder. Aber die Kleinen bewiesen gleich, dass sie auf Zack sind und sich im Straßenverkehr schon gut auskennen.
Wie und wo gehe ich am sichersten über die Straße? Warum darf ich nicht über die Straße rennen? Worauf muss ich auf dem Fußweg achten? - Alles kein Problem für den Stadtilmer Nachwuchs. Und auch Zebrastreifen und Ampelmännchen kannten die Jüngsten schon. Und schnell war es vorbei mit stillsitzen und Bewegung angesagt.
Ein kleines Säckchen auf dem Kopf balancieren und dabei geradeaus laufen - das schafften fast alle Kinder ohne Probleme. Aber mit dem Säckchen auf dem Kopf über einen Stuhl steigen oder auf einem Seil balancieren - das war eine echte Herausforderung. „Das Gesichtsfeld der Kinder ist noch nicht so groß wie bei uns“, erklärt Dittmar Heyder Erzieherin Brigitte Straube.
Und es wurde noch schwieriger: Mit verbundenen Augen einem Geräusch folgen, hieß die nächste Aufgabe. Mit Klanghölzern oder einem Rasselball versuchte jeweils ein Kind ein anderes „blind“, nur mit Hilfe der Geräusche, durch den Raum zu führen. Und obwohl sich manches Kind wunderte, wo es denn am Ende gelandet war, hatten alle einen Riesenspaß. So wollte natürlich jedes Kind einmal geführt werden und einmal führen. Die Zeit verging wie im Flug. Aber Dittmar Heyder versprach, bald wieder zu kommen. „Dann geht es zum Beispiel um die Farben im Straßenverkehr und wir werden dann auch nach draußen gehen“, verriet er schon.
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