Meiningen (tk) - Die Stadt Meiningen hat wieder ein eigenes Krematorium. Fast 15 Jahre gingen ins Land bis auf dem städtischen Parkfriedhof wieder ein Verstorbener dem Feuer übergeben werden konnte. Anders als die ehemalige Einäscherungshalle befindet sich das neue Objekt allerdings nicht in kommunaler, sondern vollständig in privater Hand.
Die Brüder Mike (links) und Dirk Zehner (rechts) mit Geschäftspartner Heino Gerlof vor der Ofenluke des neuen Krematoriums.
© Foto: Tina KwiatkowskiUnter dem Namen „Krematorium Südthüringen“ wird die neue Einäscherungshalle von der Ende 2010 gegründeten ZEGE GmbH betrieben, in der sich die Bestatter Mike und Dirk Zehner - nebst Ehefrau Susen Zehner-Stettner - und Heino Gerlof zusammengeschlossen haben. Nachdem das gemeinsame Krematorium bereits seit Anfang des Jahres in Betrieb ist, wurde es nun im Rahmen einer würdevollen Feierstunde auch offiziell eingeweiht. Den späten Einweihungstermin hatten die vier Geschäftsführer gewählt, weil das Gebäude witterungsbedingt bis zum Januar noch nicht abschließend fertiggestellt war.
Entstanden ist das neue Krematorium in unmittelbarer Nachbarschaft der früheren Einäscherungshalle auf dem Meininger Parkfriedhof, die 1997 aufgrund bestehender Emissionsschutzgesetze hatte stillgelegt werden müssen. Damals hatte sich die Einäscherungshalle noch in Verwaltung der Stadt Meiningen befunden - faktisch war sie bereits seit 1994 vom Bestattungsunternehmen Zehner geführt worden. Mit dem Inkrafttreten des Thüringer Bestattungsgesetzes wurde es 2004 erstmals möglich, dass Bau und Betrieb eines Krematoriums vollständig in privater Hand liegen. Nach einem langwierigen behördlichen Genehmigungsverfahren erfolgte sieben Jahre später der erste Spatenstich für ein neues Krematorium in Meiningen. Damit waren für die Theaterstadt nach nur achtmonatiger Bauzeit wieder die Voraussetzungen erfüllt, die 100-jährige Tradition der Feuerbestattung in Meiningen fortzusetzen.
Ausgerüstet mit einer technisch hochversierten Anlage, die Bestwerte in Sachen Lärm- und Emissionsschutz ermöglicht, versteht sich das neue Krematorium auch als Ort der Trauer. Besonders großen Wert legen die geschäftsführenden Bestatter auf Transparenz und Pietät. Interessierte haben daher jederzeit die Möglichkeit, die vorhandenen Räumlichkeiten, die moderne Anlagentechnik und die Betriebsabläufe des Krematoriums kennenzulernen. Gelegenheit dazu bietet sich etwa am kommenden Samstag, den 23. Juni 2012. Dann lädt das Krematorium zu einem Tag der offenen Tür ein.
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