Meiningen (tk) - Nur einen Tag bevor am 9. Juni die Städtewette der Stiftung „Menschen für Menschen“ offiziell beendet wurde, hatte es so ausgesehen, als würde Bürgermeister Reinhard Kupietz die Wette für Meiningen verlieren - doch auf der Zielgeraden hat der Spendenstand noch einmal einen gewaltigen Satz nach oben gemacht und den Bürgermeister somit vor der Einlösung seines Wetteinsatzes bewahrt.
Bürgermeister Reinhard Kupietz und Erich Jeske (vorne im Bild) von der Stiftung "Menschen für Menschen" freuen sich, dass das für Meiningen erklärte Spendenziel sogar noch übertroffen werden konnte.
© Foto: Tina KwiatkowskiKupietz hatte gewettet, dass Meiningen einen Spendenbetrag von 7.102 Euro für die vor 30 Jahren von Schauspieler Karlheinz Böhm ins Leben gerufene Äthiopienhilfe aufbringen kann. Diese Summe wäre schon dann erreicht gewesen, wenn jeder dritte Einwohner der Theaterstadt einen kleinen Betrag von einem Euro gespendet hätte. Nachdem die Höhe des bereits erzielten Betrages jedoch lange unter dem erhofften Spendenziel gelegen hatte, schien ein positiver Ausgang der Wette in weite Ferne gerückt. Durch großzügige Spenden verschiedener Meininger Unternehmen und Privatpersonen kletterte der Spendenstand letztlich aber noch auf 10.672 Euro, sodass das erklärte Spendenziel zum Abschluss der Städtewette sogar noch übertroffen wurde. Im Bundesvergleich liegt Meiningen als einzige ostdeutsche Stadt mit diesem erfreulichen Ergebnis auf dem neunten Platz. Über die hohe Spendenbereitschaft vieler Meininger zeigte sich der Bürgermeister sehr erfreut - und auch Erich Jeske von der Stiftung „Menschen für Menschen“ war keineswegs traurig darüber, dass er die Wette gegen die Theaterstadt verloren hat. Seinen Wetteinsatz will der Erfurter schon bald einlösen und in seiner Heimatstadt für die Sommervorstellungen des Meininger Theaters werben. Kupietz muss dagegen keine Wettschulden begleichen. Ihm bleibt der Auftritt als Statist bei einer der kommenden Inszenierungen des hiesigen Theaters erspart.
Im Zuge der Städtewette sind bundesweit mehr als drei Millionen Euro für Böhms Äthiopienhilfe zusammengekommen. Der Meininger Spendenerlös soll zu vollen Teilen in den Bau einer Grundschule in der ostäthiopischen Stadt Anano Mitae fließen. Dort sollen künftig mehr als 1.000 Kinder unterrichtet werden.
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