Meiningen (tk) - Zu Sinnesspielen und Selbstentdeckung lädt derzeit eine interaktive Computer-Kunst-Ausstellung in der städtischen galerie ada Meiningen ein. Technisch ausgefeilte Raum-Licht-Klang-Installationen verführen die Besucher dazu, zu aktiven Mit-Gestaltern einer faszinierenden Schau zu werden und sich dabei zugleich buchstäblich selbst wahrzunehmen. Wer sich auf dieses besondere Kunsterlebnis einlassen möchte, hat noch bis einschließlich 7. Mai 2012 Gelegenheit dazu.
Ein audiovisueller Erfahrungsraum bildet das erste der insgesamt vier „Sinnes-Spiele“, mit denen die Meininger Galerie in ihrer gleichnamigen Exposition aufwartet. Eine hochmoderne Infrarotkamera zeichnet dort die Bewegungen der anwesenden Besucher auf. Diese werden dann in eine vorprogrammierte Computersimulation übertragen und an eine nackte Wand projiziert. So kann der einzelne Besucher letztlich selbst steuern, welch ein Bild vor ihm entsteht. Die aufgezeichneten Bewegungen werden dabei zugleich in Klänge übersetzt.
Ähnlich funktioniert auch das zweite Sinnesspiel, der sogenannte „Welt-Bild-Klang-Raum“, in welchem die Besucher ebenfalls durch Bewegungen Bilder und Töne erzeugen. Hierfür müssen sie ihre Hand über einem speziellen Tisch führen, auf welchem die gemachten Bewegungen dann grafisch sichtbar werden. Durch die Verknüpfung äußerer Bewegungen und innerer Computerprozesse erfahren sich die Besucher gewissermaßen doppelt.
Im hinteren Ausstellungsraum der Galerie lädt ein virtuelles Tischtennis, genannt „Pong“, zu Spiel und Spaß ein. Um den gegnerischen „Ball“ erfolgreich abwehren zu können, sind wie in einem „realen“ Spiel Geschwindigkeit und Geschick gefragt. Entwickelt wurde dieses virtuelle Spielerlebnis - wie auch die beiden zuerst genannten Sinnesspiele - von der in Dresden ansässigen Trans-Media-Akademie unter der Leitung von Dr. Klaus Nicolai, welche regelmäßig ein großes Computer-Kunst-Festival veranstaltet.
Das vierte Exponat hingegen - die interaktive „Zen-Station“ - stammt von Jannis Kilian Kreft aus Frankfurt/Main und bildet den mutmaßlichen Höhepunkt der ada-Ausstellung. Jeweils zwei Besucher können sich hier an einem flachen Tisch gegenübersetzen und miteinander spielen. Als „Sieger“ geht hervor, wer sich am besten entspannen kann. Zwei moderne Biosensoren messen Puls und Hautwiderstand der Spieler. Dieses bislang weltweit einzigartige Spiel soll dazu veranlassen, sich in Zeiten der stetig schwindenden Selbstwahrnehmung, ganz auf sich zu konzentrieren und seine innere Ruhe zu finden.
Mit allen vier „Sinnes-Spielen“ hält die städtische galerie ada Meiningen ein faszinierendes Kunsterlebnis bereit, das die ganze Familie zu begeistern vermag.
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