Gera-Langenberg (rs) - „Diejenigen, die ich in das Rennen geschickt habe, lasse ich auch nicht alleine“, zeigte sich Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht solidarisch mit der Geraer Oberbürgermeisterkandidatin Dr. Viola Hahn, während eines Gespräches mit Vertretern der Bürgerinitiative „Lebenswertes Langenberg“ in der Pfarrscheune in Langenberg, gut eine Woche vor der Stichwahl. Mittlerweile haben sich die Geraer entschieden. Damit zieht mit Dr. Viola Hahn, erstmals in der Geschichte der Stadt Gera, eine Frau als Oberbürgermeisterin in das Rathaus ein, und das ganz ohne Frauenquote.
150 Euro vom Wahlteam Dr. Viola Hahn für den Erhalt des Coryllisbrunnens, überreicht von Dr. Viola Hahn im Beisein von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht an Robby Hüllner von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Langenberg“
© Foto: Reinhard SchulzeNoch während des Gespräches in der Pfarrscheune sprach Bernd Müller, CDU-Kreisvorsitzender Gera und Ortsteilbürgermeister von Aga, von einer wegweisenden Entscheidung mit der Bildung der Allianz von CDU, Arbeit für Gera und FDP, die von der Ministerpräsidentin angeregt wurde, die wiederum mit ihren häufigen Besuchen in Gera schon dokumentierte, wie wichtig ihr der politische Wechsel ist.
„Gera braucht ein übergreifendes Engagement. Dabei geht es nicht von Oben herab, in der Art Weltverbesserer, sondern viel mehr darum, Raum für Ideen zu schaffen, sie gemeinsam zu diskutieren und viele dieser Ideen im Interesse der Menschen umzusetzen. Dass die Geraer als freie Bürger nicht mehr zusehen wollen, wenn vieles kontraproduktiv läuft, finde ich gut“, sagte Christine Lieberknecht, wohl wissend, dass dabei auch politische Absichten eine Rolle spielen. So dass sicherlich nicht ganz unberechtigt von einer Frauenpower auf kommunaler- und landespolitischer Ebene – Dr. Viola Hahn, Martina Schweinsburg, Birgit Diezel, Christine Lieberknecht - gesprochen wird.
Vorbei das Wahlgeplänkel. Ab dem 1. Juli wird die neue Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn von den Geraern Bürgern nur noch nach ihren Taten beurteilt. Dann wird sich zeigen, wie fest die Allianz noch steht und wie glücklich ihre Hand sein wird, im Umgang mit den übrigen Stadtratsmitgliedern.
So wird das Schwierigere weniger das Erbe ihres Vorgängers sein, welches auf den Schultern der nun Oberbürgermeisterin lastet, als vielmehr die Erfüllung ihres Wahlversprechens: „Gera gemeinsam gestalten!“ Allen Recht getan, ist bekanntlich eine Kunst, die niemand kann. Und so manches lässt sich, wenn überhaupt, ohne weiteres nicht mehr rückgängig machen.
Das wissen auch Robby Hüllner und Norbert Linke von der Bürgerinitiative Lebenswertes Langenberg, als sie in der Gesprächsrunde das Projekt Stadtbahnlinie 4 nach Langenberg zur Sprache brachten. Den Bau zu verhindern, daran halten sie auch weiter fest und sehen in Dr. Viola Hahn dafür eine Verbündete. Verständnis für das Contra zeigte auch die Ministerpräsidentin, die zuvor die grüne Oase an der Kreuzung B7 und Zeitzer Straße, welches dem Bau weichen muss, in Augenschein nahm, und eine nochmalige Prüfung anregte.
Zur Sprache kam auch die bevorstehende Schließung der Grundschule Aga und diese möglichst abzuwenden, was besonders Bernd Müller am Herzen liegt. Auch hier setzt man im Norden von Gera Hoffnung in die neue Oberbürgermeisterin.
Besonderes Interesse bei der Ministerpräsidentin weckte der funktionstüchtige Backofen aber auch der Coryllisbrunnen, nahe der Kreuzung von B7 und Zeitzer Straße, der seit Mai 2010 wieder sprudelt. Seit den 70-er Jahren war er versiegt. Dank des Engagements der Bürgerinitiative "Lebenswertes Langenberg“ können sich nun die Langenberger und nicht nur die, an dieser kleinen Oase erfreuen. Das dass so bleibt, dafür bedarf es neben dem ehrenamtlichen Engagement auch finanzieller Unterstützung. Umso größer die Freude bei Robby Hüllner und Norbert Linke von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Langenberg“, als ihnen von Dr. Viola Hahn in Anwesenheit der Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Christine Lieberknecht, ein Scheck in Höhe von 150 Euro überreicht wurde, gestiftet vom Wahlkampfteam Dr. Viola Hahn. „Der Coryllisbrunnen, erbaut 1933, ist der einzige Trinkwasserbrunnen in Gera“, so Bernd Müller gegenüber der Ministerpräsidentin, die sich von der Köstlichkeit des Wassers selbst überzeugen konnte.
Es sei Interessant die Probleme eines Stadtteils kennenzulernen, so die Ministerpräsidentin, die große Hoffnungen in die künftige Entwicklung setzt und dabei erinnert, dass es mit der BUGA schon einmal gelungen sei, Berge zu versetzen. Und warum sollte sich so etwas nicht noch einmal wiederholen lassen?
Noch keine Kommentare vorhanden