Zusammenhang von kindlicher Sprache und Bewegung

Fachvortrag berührt die Herzen der Pädagogen

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Prof. Dr. Renate Zimmer durchleuchtet den Zusammenhang von kindlicher Sprache und Bewegung.

© Foto: privat

Holzminden (ozm) - Begrüßt wurden Frau Zimmer und alle Gäste durch die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kinderbetreuung Frau Angela Dümmler, die sich sehr über das große Interesse der Holzmindener Fachwelt an diesem Vortrag freute und erwähnte, dass sie sich auch in den kommenden Jahren für die Organisation eines Fachvortrags mit herausragenden Rednern und Rednerinnen einsetzen würde. Frau Karen Demann, Geschäftsführerin des Vereins, erklärte, warum dies dem Verein Kinderbetreuung so wichtig ist und skizzierte drei Ziele, die mit der großen Veranstaltung erzielt werden sollten: Zum Ersten sollen die vom Verein begleiteten Tagesmütter und –väter anregenden Input durch besonders gute Fortbildungsangebote geboten bekommen, damit die Fortbildung neben der Betreuungsarbeit mehr Spaß als Pflicht ist. Zum Zweiten sollte das Angebot auch den Eltern der Tageskinder geöffnet werden, um dann den fachlichen Austausch der Erziehenden zu gewährleisten. Zum Dritten ist das Öffnen der Fortbildung auch für alle päd. Fachkräften aus Institutionen der Region ein wichtiger Schritt für das Kennenlernen und die Kooperation aller an der Erziehung des Kindes Beteiligten und soll eine Begegnung auf Augenhöhe gewährleisten. Diese Ziele wurden mit dem anspruchsvollen und besonders interessanten Vortrag von Frau Prof. Dr. Zimmer erreicht.
Das Erfolgsrezept für begeisterte Zuhörerschaft ist sicher ihre Natürlichkeit, Ihre Lebendigkeit und ihre spürbare Liebe zum Kind bei ihren Vorträgen. Und so hingen die ca. 150 Zuhörer im Foyer der Stadthalle Frau Prof. Dr. Renate Zimmer förmlich an den Lippen und sogen ihre Erläuterungen und Botschaften konzentriert auf.
Natürlich ist es für an der Pädagogik interessierten Menschen grundsätzlich nichts Neues, wenn man hört, dass man als Erziehender mit Kindern viel sprechen sollte, um ihren Spracherwerb zu fördern. Aber manche Auslegungen oder Forschungsergebnisse waren dann auch für „alte Hasen“ interessant und neu. Die „Sprachübungen“ in den Alltag einzubauen und die Interessen und der Kinder als Gesprächsanlass zu verwenden, ist ein Tipp von Frau Zimmer, der einfach umsetzbar und erfolgsversprechend ist. Dass Sprache in und durch Bewegung spielerisch unterstützt werden kann, wurde anhand von Videosequenzen immer wieder verdeutlicht. Die These von Frau Zimmer, dass Kinder mit Sprachdefiziten möglichst nicht zum Wiederholen des unverständlich Gesprochenen aufgefordert werden sollten, weil sich das Kind dann womöglich zurückziehen und gar nichts mehr sagen möchte, wurde für die Zuhörer nachvollziehbar, als sie gefragt wurden, wie sie wohl reagieren würden, wenn man eine eigene Unzulänglichkeit vor der Allgemeinheit verbergen möchte, andere aber darauf drängen, gerade diese Unzulänglichkeit noch einmal zur Schau zu stellen. Sie bliebe in solchen Fällen lieber geduldig und vertrauensvoll und meldete dem Kind zurück, dass seine Art zu sprechen Freude mache, sagte Frau Zimmer. Nach 5 bis 10 weiteren Therapiestunden z.B. beim Fußballspiel könne sie dann meist das Gesprochene verstehen, da Vertrauen und eine gewisse Bindung Sprechmut und Sprechfreude aufgebaut haben. Alles Weitere mache das Kind ganz von allein – mit Spaß am Tun, mit Spaß am Sprechen.
Angeregt durch diese Zuversicht verabschiedeten sich dann auch die vielen Gäste und lobten die kurzweilige und lehrreiche Abendveranstaltung von Frau Zimmer und die gute Organisation des Vereins Kinderbetreuung.

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