Der Reformator in Film und Fernsehen

Thomas-Müntzer-Gesellschaft tagt am Wochenende in Mühlhausen

Mühlhausen (s. wendt) - Die Jahresversammlung der internationalen Thomas-Müntzer-Gesellschaft findet am 12. Mai 2012, ab 10:30 Uhr, im Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche in Mühlhausen/Thür. statt.

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Mit diesem Programm kam der erste Spielfilm über Thomas Müntzer 1956 in die Kinos.

© Foto: Sammlung Mühlhäuser Museen

Auf der Tagesordnung steht neben der Mitgliederversammlung auch die Neuwahl des Vorstandes, dem aktuell Prof. Dr. Hans-Jürgen Goertz aus Hamburg vorsteht. Bisher gehören dem Vorstand neben ihm auch die Professoren Günter Vogler und Siegfried Bräuer aus Berlin sowie vier Mühlhäuser an, unter Ihnen der Vorsitzende des Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegevereins Martin Sünder und der Direktor der Mühlhäuser Museen, Thomas T. Müller. Neben den Regularien steht in diesem Jahr die Betrachtung von Thomas Müntzers Leben in Film und Fernsehen im Mittelpunkt. Der Erfurter Filmhistoriker Dr. Michael Grisko wird unter dem Titel „Ein ‚Satan’ der deutschen Geschichte?“ die Darstellung des Reformators auf bewegten Bildern von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart analysieren. Der Vortrag wird sich dabei unter anderem dem im Jahr 1956 in der DDR gedrehten Kinofilm bzw. der 1989 hergestellten Fernsehfassung von Thomas Müntzers Leben widmen. Dabei soll neben der Einordnung in den film- und fernsehgeschichtlichen Kontext auch eine Bewertung des entsprechenden Müntzer-Bildes im Kontext staatlich verordneter Erbepolitik erarbeitet werden. In einem zweiten Schritt sollen die beiden unlängst entstandenen Dokumentationen „Thomas Müntzer – Der Satan von Allstedt“ und die im Rahmen der ZDF-Reihe „Die Deutschen II“ entstandene Folge 5 „Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern“ auf ihre jeweils eigenen Gestaltungsprinzipien, ihre Perspektive auf den Theologen und Revolutionär untersucht werden. Dr. Michael Grisko arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an den Universitäten Flensburg, Halle und Kassel und war als Redakteur beim ZDF und 3-Sat-Kulturzeit beschäftigt, bevor er das Buddenbrookhaus in Lübeck leitete. Seit Frühjahr 2010 arbeitet er bei einer überregional tätigen Kulturstiftung.

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