Gera (sv) - Der auf der Berlinale 2012 in Berlin präsentierte Dokumentarfilm „Blut muss fließen - Undercover unter Nazis“ des Freiburger Regisseurs Peter Ohlendorf ist am 11. Juni und am 6. Juli in Gera zu sehen. Die Stadt und der Runde Tisch zur Umsetzung des Programms für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit organisieren gemeinsam diese Veranstaltung.
Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm (Mitte) im Gespräch mit dem Regisseur des Films „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“, Peter Ohlendorf, und Claudia Poser-Ben Kahla, Inhaberin der BK-TV Produktion & Tourismus, Handel-& Dienstleistungsagentur und Mitglied des Runden Tisches.
© Foto: svOberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm, der den aktuellen und brisanten Streifen selbst nach Gera holt, hat vor kurzem Peter Ohlendorf ins Rathaus eingeladen, um mit ihm über dieses Vorhaben zu sprechen. Der Regisseur sagte gern zu, zur Vorstellung des Films nach Gera zu kommen und sich den Fragen der Zuschauer zu stellen. „Gerade vor dem Hintergrund, dass die NPD in diesem Jahr das Nazi-Rock-Konzert zum zehnten Mal in unserer Stadt veranstalten will, besitzt dieser Film eine hohe Aktualität“, betont Dr. Vornehm. „Er deckt die ganze Gefährlichkeit des Vorgehens der Nazis auf, mit Rechts-Rock junge Menschen für sich zu gewinnen und für ihre Ziele zu radikalisieren. Der Film soll aufklären und noch mehr Bürger unserer Stadt aktivieren, an den Aktionen gegen Rechtsextremismus und gegen das Rock-Konzert teilzunehmen“, macht er das Anliegen deutlich.
Der Dokumentarfilm wird am Montag, 11. Juni, 08.00, 10.30 und 20.00 Uhr sowie am Freitag, den 06. Juli, 09.00, 15.00 und 18.00 Uhr im Clubzentrum Comma gezeigt. Eingeladen sind Schulklassen ab 9. Schuljahr, Lehrer und Erzieher, Sozialarbeiter, Journalisten, Mitglieder von Thüringer Parlamenten, Politiker, Richter, Mitglieder von Vereinen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürgern. Jeweils nach den Vorstellungen stellt sich Regisseur Peter Ohlendorf den Fragen der Zuschauer.
Menschen, die sich nicht nur privat, sondern auch beruflich mit dieser Problematik auseinandersetzen, ist eine weitere Vorführung am 11. Juni, 17.15 Uhr, vorbehalten. Diese bietet die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen als Fortbildung an. In diesem Rahmen geben Martin Langebach und Jan Raabe, Experten zum Thema Rechts-Rock in Deutschland, Informationen zur Geraer Rechts-Rock-Szene bzw. zum Nazi-Konzert „10 Jahre Rock für Deutschland“ und stellen dabei die Bedeutung des Konzertes für die rechte Szene dar.
Der Dokumentarfilm begleitet den Journalisten Thomas Kuban. Als er zum ersten Mal undercover ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – dieses Vorgehen scheint gut zu funktionieren: Um die Musikveranstaltungen hat sich ein blühender Markt entwickelt: Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise durch Deutschland und Europa mit der Kamera begleitet, auch an Orte, an denen er zuvor versteckt gedreht hat.
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