Suhl (sg) - Die Geschichte eines selbstlosen Mannes, der sich dafür einsetzte, dass Juden gerettet wurden, gibt es nicht nur in Deutschland. Oscar Schindler war mutig genug gegen das System aufzubegehren und sich hinter das Wohl Tausender zu stellen. In England gibt es einen weiteren Mann, der selbstlos gehandelt hat um hunderte Kinder zu retten.
Sein Name ist Sir Nicholas George Winton. Der britische Staatsbürger wurde am 19. Mai 1909 geboren und ist der Sohn konvertierter deutscher Juden. Nach der Auswanderung aus Deutschland nach England änderten sie ihren Namen von Wertheimer zu Winton. Sir Nicholas war bei verschiedenen Banken angestellt und verdiente gutes Geld, was ihn Skiurlaube und Reisen ermöglichte. 1938 wollte er eigentlich mit Freunden Weihnachten in der Schweiz feiern, doch man entschloss sich nach Prag zu reisen, das nach der Besetzung des Sudetenlandes von Flüchtlingen bedrängt wurden.
ER zögerte nicht lange und versuchte zu helfen. ER wollte wenigsten die Kinder retten. In London bekam er die Zusage, dass er Kinder unter 17 Jahren auf die Insel bringen könne, wenn er sich um die Fahrtkosten und um Pflegeeltern kümmern würde. Die Kaution und Geld für Visa musste er ebenfalls selbst auftreiben. All das nahm er in die Han, sammelte Geld, mietete sich in Prag ein Hotelzimmer und funktionierte es als Büro um, in dem er eine Liste der Kinder erstellte und die „Transporte“ organisierte.
Man nannte diese Zeit auch die tschechischen Kindertransporte, er rettete vielen hundert Kindern das Leben und verschwieg seinen Anteil an dieser Aktion.
Seine Kinder und sogar seine Frau wussten nichts von dem Anteil des Vaters und Ehemannes. Aus Bescheidenheit hielt er sich zurück, bis seine Frau beim Durchstöbern des Dachbodens einen Koffer fand. In ihm befanden sich Fotos, Briefe und Listen von Kindern und sie brachte diese Erkenntnisse in die Öffentlichkeit. Und noch immer hielt er sich zurück und gab sich bescheiden. Der Friedensnobelpreis wurde ihm übergeben und Königin Elisabeth II schlug ihn zum Ritter, wegen seiner Verdienste um die Menschlichkeit.
Mit seinen stolzen 100 Jahren erlebte Sir Nicholas eine Gedenkfeier in London am Bahnhof, wo vor 70 Jahren die Kinder anreisten. Der Zug, der historische Bedeutung hat, der „Winton Train“, fuhr am 04. September 2009 in den Bahnhof Liverpool Street ein. An Bord einige Holocaust- Überlebende, mit Kindern und Kindeskindern. Sie alle dankten dem mutigen und selbstlosen Mann für seine Taten und seinen Heldenmut.
„Sir Nicky: Held wider Willen“ ist der Dokumentarfilm, der am Mittwoch, den 18. Januar um 22.45 Uhr im „Ersten“ läuft und sein Leben erzählt.
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