Meiningen (tk) - Am Meininger Theater feiert in dieser Woche eine neue Produktion Premiere. Mit Benjamin Brittens „The Rape of Lucretia“ gelangt dabei zugleich ein Stück zur Aufführung, das auf deutschen Bühnen nur äußerst selten gezeigt wird. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Philippe Bach und Regisseurin Alexandra Kieser behandelt es die Geschehnisse um die Schändung der Lucretia - den Gründungsmythos der römischen Republik.
Der Sage nach herrscht dort um 500 v. Chr. der etruskische König Tarquinius. Unterdrückung und Gewalt sind an der Tagesordnung. Während eines Saufgelages unter Männern spricht Tarquinius mit Collatinus und Junius über die Treue der Frauen. Eine zuvor getätigte Wette hatte zu Tage gebracht, dass Collatinus' Frau Lucretia die einzig tugendhafte Frau in ganz Rom sei. Davon gereizt, macht sich Tarquinius auf den Weg, um ihre Treue auf die Probe zu stellen. Als seine Verführungsversuche scheitern, vergewaltigt er die Römerin. Lucretia, die mit dieser Schande nicht leben kann, begeht daraufhin Selbstmord. Als Junius ihren toten Körper durch Rom tragen lässt, steigert das den Zorn der Bürger auf die etruskische Königsfamilie so sehr, dass ein Bürgerkrieg ausbricht. Junius betrachtet sich fortan als neuer Herrscher Roms.
Die eigentlichen Hauptfiguren des Stückes seien jedoch die beiden Erzähler Camilla Ribero-Souza und Rodrigo Porras Garulo, die die tragische Geschichte um Lucretia sängerisch zum Leben erwecken und dabei mit steigender Emotionalität selbst am Geschehen teilhaben, erläutert Regisseurin Kieser im Vorfeld der Premiere. Wer die Oper des britischen Komponisten Britten in Meiningen sehen möchte, darf nicht lange zögern, denn „The Rape of Lucretia“ wird nur in dieser Spielzeit und auch nur an fünf Terminen aufgeführt. Die Premiere gibt es an diesem Donnerstag, den 07. Juni 2012 um 20.00 Uhr in den Kammerspielen des Theaters.
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