Oberbürgermeister der Stadt Weimar vereidigt

Die zweite Amtszeit des Stefan Wolf

Weimar (csh/haw) – In einer feierlichen Sitzung des Stadtrats, fand am 1. Juli die Vereidigung des Oberbürgermeisters Stefan Wolf statt. Ihm wurde die Amtskette überreicht und somit übernahm er offiziell das Amt für die kommenden sechs Jahre. Von Joachim Trommsdorf (SPD), dem ältesten Stadtratsmitglied, vereidigt, schwor er den Amtseid auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Thüringer Verfassung mit den Worten „So wahr mir Gott helfe!"

alle Bilder anzeigen Bild anzeigen

Vereidigung und Rede von Stefan Wolf am 1. Juli 2012

© Foto: csh

Seit 2006 hat Stefan Wolf (SPD) das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Weimar inne. Bei der Stichwahl am 6. Mai 2012 erhielt er 56,2 % der Stimmen. Sein Gegenkandidat Martin Kranz (weimarwerk e.V.) bekam 9.384 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 %.

In seiner Antrittsrede sprach Stefan Wolf von Kontinuität auch in zweifelhaften Zeiten. Er möchte das gegenwärtige Grundvertrauen stärken und die Entwicklungen zum Wohle der Stadt fortführen. Dabei möchte er in den kommenden sechs Jahren, „für Veränderungen wach und offen bleiben“ und, „niemals in den gleichen Fluss“, steigen.

 

© csh

 

Kontinuierlich möchte er die sozialen Aufgaben der Stadt weiterführen, wie den Aus- und Umbau der Neubaugebiete und eine Absicherung der Mehrgenerationenhäuser sowie hinsichtlich des Sozialtickets nachbessern. Der Ausbau von Bildungseinrichtungen und Sporteinrichtungen als auch die Sanierung von Kitas stehen mit einem zeitgleichen Schuldenabbau weiter an.

Stefan Wolf sieht Weimar, neben Erfurt und Jena, als eine beliebte und wachsende Stadt. Daher möchte er, „Wohnraum für unterschiedlichste Bedürfnisse“, schaffen, die Gewerbeansiedlung weiter voranbringen, die Abfallwirtschaft teils neu disponieren und die Kapazitäten im Energiesektor verbessern. Weimars Ansehen, als Familienstadt und Ort für Existenzgründer, ist gestiegen. Als kreative Kulturstadt Europas startet Weimar als Creative City, dem Weimarer Sommer und dem Filmfest „Trikoulor“ durch.

Was Oberbürgermeister Wolf da gesprochen hat, sollte ja eine Art „Regierungserklärung“ sein: So geht’s weiter! Hier entlang! Die nächten SECHS Jahre!

Auch wenn man die Amtskette schick findet, war dies wohl der unbedeutendste Teil der OB-Rede. Wenn auch der längste. Im Redekonzept nahm das mehr als zwei Seiten ein… (Den Machtsymbolen gebührt eben die höchste Priorität!)

Wer nicht unter einem PISA-Problem leidet, wird das schnell erkannt haben:

* Mehr als 90 Prozent der Rede befassen sich damit, wie die Stadt Weimar Geld AUSGEBEN wird. Und, woher kommt die „Knete“? Wer ERARBEITET sie?

* Nicht fünf Prozent der Rede widmen sich der Wirtschaft. Und dann auch noch ganz vage.

* Angeblich soll zum Jahresende 2012/Jahresanfang 2013 die Wirtschaftsförderung einen „dynamischen Aufschwung“ erleben. (Zwei bisher verantwortliche Damen gehen in den Ruhestand.)  Wer wird der neue Boss der Wirtschaftsförderer? Wie soll die neue Struktur aussehen? (Bisher verteilte Wirtschaftsförderaktivitäten sollten an einer Stelle (Amt) konzentriert werden.)

Wird es ein neues Gewerbegebiet geben in Richtung U.N.O., aber auf Stadt-Weimarer-Gebiet? Geplant war dies ja schon Anfang der 1990er Jahre. Nur: Waren dies und dort nicht mal so genannte Luftaustauschzonen für die Stadt? Was wird aus dem Gewerbegebiet Legefeld?

* KEIN Wort wurde gesagt, wie sich die bereits bestehende Wirtschaft (Handwerk und Gewerbe) entwickeln soll.

* KEIN Wort wurde verloren darüber, wie sich künftig die Verkehrsströme durch gestalten werden? E-Mobilität, Umgehungsstraße, ICE-Anbindung, (in Korrespondenz dazu) Parkplätze, Verkehrsentwicklung in Oberweimar…

 

Es geht nicht darum, den OB und seine Rede „madig“ zu machen. Nur, haben beide zum Neustart mehr Fragen aufgeworfen, als Antworten gegeben.

 

Oder war dies Absicht? Wurde mehr verschleiert? Und die Wahlhilfe-Geschenke müssen ja auch noch verteilt werden. Schon wieder ein Posten unter AUSGABEN…

Bewerten Sie diesen Artikel

2.6
2,6 (14 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile