Analyse der Unfälle im Straßenverkehr des Landkreises Hildburghausen

Presseinformation der Polizeiinspektion Hildburghausen

Hildburghausen (wotan) - Entgegen dem Bundestrend sind die Verkehrsunfälle im Landkreis Hildburghausen 2010 gegenüber dem Vorjahr um 11,73 Prozent angestiegen.

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Leiter des Verkehrsdienstes PHK Funk

© wotan

Im Jahr 2009 wurden im Landkreis Hildburghausen im Schutzbereich der Polizeiinspektion Hildburghausen 1.287 Verkehrsunfälle registriert, 2010 waren es 1.438. Auch die Unfälle mit Personenschaden erhöhten sich von 193 auf 218. Die Zahl der Verkehrstoten stieg von sieben auf elf, wobei zu beachten ist, dass bei zwei Toten Selbsttötungsabsichten nachgewiesen werden konnten und zwei weitere an Herzinfarkt im Straßenverkehr verstorben sind. Im Jahr 2009 gab es 84 Schwerverletzte, 2010 nur 71.
Bedenklich ist die Anzahl von Alkoholunfällen, die von 25 auf 36 angestiegen ist. Spitzenreiter bei den Blutalkoholwerten sind Radfahrer mit 3,20 und 3,19 Promille. Offensichtlich denken diese „Verkehrssünder“, es sei weniger schwerwiegend mit dem Rad betrunken zu fahren. Es gelten die gleichen Regularien wie bei Kraftfahrzeugen – Führerscheinentzug (wenn vorhanden) und MPU! 2010 waren 29 Radfahrer an Unfällen beteiligt (2009 = 24), von denen 25 verletzt und einer getötet worden sind. Bei folgenlosen Trunkenheitsfahrten/Drogenfahrten wurden insgesamt 60 Fahrzeugführer, darunter fünf Radfahrer festgestellt.
Die Zahl der Unfallfluchten stieg von 249 auf 283, wobei 123 Unfallverursacher ermittelt werden konnten, was einer Aufklärung von 43,5 Prozent entspricht.
Als Hauptunfallursachen kristallisierten sich 2010 unangepasste Geschwindigkeit, Nichtbeachten der Vorfahrt und Fahren unter Alkohol/Drogen heraus.
In 51 Fällen (2009 waren es 19) wurde ohne Fahrerlaubnis gefahren und es gab 27 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz.
Oberstes Ziel der Polizei bei der Überwachung des Straßenverkehrs ist die Verhinderung von Verkehrsunfällen und die Minderung von Unfallfolgen. Dazu dienen die Durchführung von konzentrierten Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen und die Durchführung gezielter Verkehrskontrollen an Unfallschwerpunkten. Diese sind im Landkreis Hildburghausen die B 281 zwischen Saargrund und Siegmundsburg, die Straße zwischen Hildburghausen und Gerhardsgereuth (scharfe Linkskurve mit abbiegenden Forstweg und Rechtskurve vor Abzweig Neuendambach), die L II 052 zwischen Einsiedel und Fehrenbach und das Birkenfelder Kreuz in Hildburghausen. Der Mitarbeiter für Prävention Andreas Schmidt bietet mit der Verkehrswacht im Rahmen der Aktion „Sicher mobil“ Schulungen für Verkehrsteilnehmer „50 plus“ an. Gerade Senioren stellen bei der Verkehrsunfallentwicklung eine Problemgruppe dar. Von 2009 zu 2010 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligten über 65 Jahre von 153 auf 183 und die Verursacherzahl von 118 auf 130.
Häufig überschätzen Senioren ihre Fähigkeiten im Straßenverkehr und wollen nicht einsehen, dass es für sie und andere besser wäre, den Führerschein abzugeben. Da dies in aller Regel nur freiwillig möglich ist, kommt dem familiären Umfeld eine große Verantwortung zu.

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