Staatssekretär über Umsetzung vor Ort in formiert

Schulobst-Projekt ist erfolgreich gestartet

Unstrut-Hainich (psk) - Im Unstrut-Hainich-Kreis wurde zum 21. Oktober 2010 nach vorgezogenem Maßnahmebeginn der Startschuss für das Programm der Europäischen Union für kostenloses Obst an Schulen gegeben.

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Unmittelbar an einer Streuobstwiese erklärte Landrat Zanker (Bildmitte) Staatssekretär (2.v.l.) Dr. Schubert, wie das Schulobstprojekt im Kreis mit vorrangig heimischen Früchten umgesetzt wird. © psk

Kürzlich überzeugte sich der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Hartmut Schubert, persönlich davon, wie das Projekt hier im Kreis umgesetzt wird. Hintergrund: Die Schulträger, in unserem Fall die Schulverwaltung des Unstrut-Hainich-Kreises mit Unterstützung des Büros „Kinderfreundlicher Landkreis“, mussten zur Beantragung der entsprechenden EU- und Landesmittel des Programms ein Konzept zur Vermittlung gesunder Ernährungsgewohnheiten an den Schulen einreichen. Die EU bezuschusst das Programm mit 600.000 Euro, 200.000 Euro steuert die Thüringer Landesregierung bei. Der Unstrut-Hainich-Kreis mit seinen 25 Staatlichen Grund- und Förderschulen erhielt nun den Zuschlag. 3228 Kinder werden einmal pro Woche mit frischem Obst versorgt. Dafür wurde eigens ein Tourenlieferplan mit den Schulen erarbeitet, so die Mitarbeiter vom „Kinderfreundlichen Landkreis“. Demnach werden täglich fünf Schulen mit insgesamt mehr als 400 Kilogramm Obst pro Woche beliefert. Gleichzeitig soll auch frisch gepresster Apfelsaft an die Bildungseinrichtungen abgegeben werden. Dazu werden Bio-Äpfel von Streuobstwiesen der Region von Mitarbeitern der Beschäftigungsgesellschaft ProMo geerntet und mit Hilfe des Saftmobils zu Most verarbeitet. Der naturbelassene Saft wird in 5-Liter-Kartons abgefüllt und später an die Grund- und Förderschulen verteilt. Zunächst werden die Tetra-Packs in der Langensalzaer Sonnenhofschule und der Petrischule Mühlhausen zwischengelagert. Eine erste Versuchsphase wurde mit dem Projekt „Pflege von Streuobstwiesen im Unstrut-Hainich-Kreis“, als Beschäftigungsmaßnahme in Trägerschaft der ProMo, von Landrat Harald Zanker bereits im September 2009 ins Leben gerufen. Verschiedene Früchte werden dabei im Sommer und Herbst auf den Streuobstwiesen der Gemeinden kostenlos geerntet. Im Gegenzug werden die Plantagen unentgeltlich gepflegt. Die üppige Ernte kommt seitdem Kindergärten und Schulen im Kreisgebiet zu Gute. „Gleichzeitig hat sich auch das Projekt „Kinder gärtnern für Kinder“ sehr erfolgreich etabliert. Seit April 2009 stellt der Förderverein Gartenbau in Mühlhausen Kitas und Schulen Gewächshäuser und Beete zur Verfügung. Dabei kann der Nachwuchs selbst Obst, Gemüse und Kräuter anbauen. Erfahrene Gärtner unterstützen bei der Pflege und Ernte. Ein Teil der Erträge kommt der Kindertafel zu Gute.“, so Landrat Harald Zanker abschließend. Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert war beeindruckt von dem im Unstrut-Hainich-Kreis entstandenen Netzwerk, das sinnvolle Tätigkeit mit gesunder Pausenversorgung in verschiedenen Kindereinrichtungen verbindet. Er erinnerte sich, dass Landrat Harald Zanker immer wieder an die Landesregierung appelliert habe, das Schulobstprogramm möglichst bald zu realisieren. Dank der Förderung können nun alle Schulen regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgt werden. Bei der Besichtigung einer typischen Streuobstwiese in Dachrieden berichtete Landrat Zanker dem Staatssekretär, wie schwierig die Anfänge gewesen seien. Von der Konzepterarbeitung über Gespräche mit Kommunen, Vereinbarungen mit der ARGE Grundsicherung und verschiedenen Kooperationspartnern (ProMo, ReKo, Förderverein Gartenbau, Bildungszentrum Handel/Gewerbe/Freie Berufe) gab es viel zu tun, bis Obst und Gemüse aus der eigenen Region geerntet, teilweise verwertet und Kindern zur Verfügung gestellt werden konnte. „Der Erfolg ist nicht zuletzt darin begründet, dass alle Beteiligten von Anfang an voll und ganz hinter dem Vorhaben standen und sich mit viel Engagement einbringen“, lobte Landrat Zanker die gute Zusammenarbeit. Am Saftmobil der ProMo konnte der Vertreter der Landesregierung beobachten, wie aus den frisch geernteten Äpfeln, köstlicher Saft entsteht, der nicht nur lange haltbar, sondern bei den Kindern sehr beliebt ist. An der Grundschule Unstruttal in Ammern schloss sich dann der Kreis. Hier wurden einige Saftkartons an durstige Jungen und Mädchen übergeben. Zuletzt besuchte Landrat Harald Zanker gemeinsam mit der Leiterin der ProMo–Beschäftigungsgesellschaft Andrea Fischer und Maja Richardt, Fachdienstleiterin der Schulverwaltung, den Förderverein Gartenbau. Hier werden nicht nur Obst, Gemüse und Kräuter mit Kindern angebaut und geerntet sondern auch Konfitüren, Kompott und Mus hergestellt, die ebenfalls an Kindereinrichtungen und Schulen geliefert werden.

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