Arnstadt (Stadtverwaltung/ke) - Am 23. Januar begannen die ersten Gewerke mit den Bauarbeiten zur Sanierung und Modernisierung des „Haus zum Palmbaum“. Das ehemalige Bürgerhaus wird in den kommenden zwei Jahren als zusätzliches Domizil der Musikschule Arnstadt-Ilmenau ausgebaut.
Aufgrund der steigenden Schülerzahlen reichen die Unterrichtsräume im „Haus zum Schwarzen Löwen“ nicht mehr aus. Die Erweiterung der Musikschule auf das angrenzende „Haus zum Palmbaum“ ist deshalb dringend erforderlich.
In einem ersten Abschnitt werden schädliche Stoffe im Dach beseitigt. Parallel beginnen die Maurer- und Betonarbeiten sowie die Elektroinstallation. Die planerischen Vorbereitungen für die Baumaßnahme laufen bereits seit Oktober 2008, da das Objekt einige besondere Herausforderungen an die Planer stellte. So müssen insbesondere statische, brandschutztechnische und denkmalpflegerische Belange bei der Sanierung berücksichtigt werden. Ein Schwerpunkt des Umbaus ist die Schaffung von Verbindungen zwischen dem „Haus zum Schwarzen Löwen“ und dem „Haus zum Palmbaum“ in Form von Hausübergängen. Dies schafft gleichzeitig wichtige Rettungswege. Neue Fenster und Türen müssen eingebaut, die Hausinstallationen auf den neuesten Stand gebracht und die Sanitäreinrichtungen erweitert werden. Neue Wand- und Fußbodenbeläge werden aufgebracht und mit einem neuen Fassadenanstrich wird die Sanierung dann auch von außen sichtbar werden. Im Sinne des Denkmalschutzes wird der Eingriff in die vorhandene Substanz der beiden denkmalgeschützten Bürgerhäuser möglichst gering gehalten.
Das „Haus zum Palmbaum“ wurde von 1583 bis 1593 nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1581 errichtet. In den Jahren 1723 bis 1724 ließ der damalige Eigentümer, Rat und Bürgermeister Ernst Gottfried Beyer, das Portal zum Barockportal mit der Palme als Bekrönungselement umbauen. Zu dieser Zeit wurde das Gebäude erstmals als „Haus zum Palm Baum“ bezeichnet. In den nachfolgenden Jahren befand sich das Haus als Wohn- und Geschäftshaus im Eigentum verschiedener Familien. Von 1979 an wurde es als Stadtgeschichtsmuseum mit der Bachausstellung und der Ladenbereich als Arnstadt-Information genutzt. Seit dem Auszug von Bachausstellung und Tourist-Information im Jahr 2009 steht das historische Gebäude leer. Mit der Übergabe des Fördermittelbescheides durch das Land Thüringen im September 2011 konnten nach jahrelanger Planung die Ausschreibungen getätigt und erste Aufträge an Firmen vergeben werden.
Die Kosten belaufen sich auf 2,56 Millionen Euro. Hiervon werden rund 1,84 Millionen Euro im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und rund 245.000 Euro im Rahmen des Thüringer Landesprogramms „Strukturwirksame städtebauliche Maßnahmen“ zur Verfügung gestellt. Der Eigenanteil der Stadt Arnstadt beträgt rund 325.000 Euro. Der Landkreis als zukünftiger Nutzer des „Haus zum Palmbaum“ steuert insgesamt 150.000 Euro bei.
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