Erfurt (leo) - Ostern was ist das? Eigentlich ein ganz normaler Feiertag. Oder vielleicht auch nicht? Als Kind, das ist nun 60 Jahre her, freuten wir uns auf den Osterhasen.
Opa machte uns ständig auf alle Tiere aufmerksam, die es zu sehen gab. Und Hasen (Kaninchen) hatten wir auch. Sie waren so niedlich. Wir konnten sie streicheln oder auf unserer Wiese, natürlich abgezäunt, laufen lassen und mit ihnen spielen. Wir waren ja vom Dorf. Aber der Osterhase war etwas ganz besonderes. Er und nur er brachte uns Osternester, mit süßen Ostereiern, aber auch Strümpfe oder was anderes.
So war, jedes Jahr zu Ostern, der Hase der größte. Und sahen wir im Wald oder auf dem Feld einen Hasen, so glaubten wir fest, der wird im nächsten Jahr der Osterhase.
Ein paar wenige von unseren Schulfreunden feierten Auferstehung. Sie bekamen zwar auch was vom Osterhasen, aber gingen in die Kirche. Beteten, sangen Kirchenlieder und warteten, daß irgendwer erscheine. Aber es kam keiner. Der einzige, der wirklich gekommen ist und da war Verlaß, war der Osterhase. Und so war das jedes Jahr. Die anderen Schulfreunde glaubten zwar auch nicht, daß da irgendwer erscheine, sie meinten Gott, aber die Eltern wollten das. Es gehöre zum guten Ton. Mein Opa konnte zwar auch nicht gerade gut singen, aber wenn wir gemeinsam zu Hause Volkslieder sangen, besonders an Feiertagen, kann ich micht nicht daran erinnern, daß mein Opa falsch gesungen hat.
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