Im Rahmen des Hoffestes von Schloss Rheder wird das "Weidenpalais im Nethetal" als elftes Erlebnisgebiet der "Erlesenen Natur" am Sonntag, 29. April 2012, festlich eröffnet.
© Foto: Frank GraweRheder (ozm) - Sechs Wochen nach dem ersten Spatenstich wird das spektakuläre Lebendbauwerk im Schlosspark Rheder für Besucher frei gegeben. Im Rahmen des Hoffestes von Schloss Rheder wird das „Weidenpalais im Nethetal“ als elftes Erlebnisgebiet der „Erlesenen Natur“ am Sonntag, 29. April 2012, festlich eröffnet.
Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel. Anschließend wird im Beisein von Landrat Friedhelm Spieker und Brakels Bürgermeister Hermann Temme sowie Freiherr Elmar von Spiegel das Lebendbauwerk der Öffentlichkeit übergeben. Die Segnung des Weidenpalais nehmen Pastor Franz-Josef Hövelborn der Pfarrgemeinde St. Katharina in Rehder und Diakonin Dagmar Suckow von der evangelischen Kirchengemeinde Brakel vor.
Für musikalische Unterhaltung sorgen die Alphorngruppe Weserbergland und die Blaskapelle Wehrden. Neben Führungen zum Weidenpalais und in den Landschaftspark bietet eine Diaschau Einblicke in die Entstehung des Lebendbauwerks.
„Viele Freiwillige haben geholfen, das Weidenpalais zu bauen. Wir freuen uns, wenn wir am Sonntag mit ihnen und vielen Festgästen aus der Region gemeinsam die Einweihung feiern können“, ist Landrat Friedhelm Spieker sicher, dass viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit nutzen werden, das interessante Baukunstwerk von innen und außen zu besichtigen.
Das Weidenpalais im Nethetal ist eines der bundesweit imposantesten Lebendbauwerke aus Weidenruten. Etwa 50 Freiwillige waren täglich auf der Baustelle beschäftigt, um die bis zu sechs Meter langen Weidentriebe miteinander zu verflechten. Insgesamt haben so rund 300 ehrenamtliche Helfer Hand angelegt, darunter Schüler verschiedenster Altersgruppen und Schulformen aus dem Kreisgebiet, Erwachsene aus der Umgebung und ein Ehepaar, das sogar aus Dresden angereist war. Das Weidenpalais stand auch im Mittelpunkt eines internationalen Workcamps mit 16 Jugendlichen aus neun Ländern der Welt.
Fast zehn Meter ragen nun die beiden Türme des Weidenpalais, die an das Westwerk von Corvey erinnern sollen, in den Himmel. Die sich anschließende Kuppel bietet mit sieben Metern Höhe und 14 Metern Durchmesser ausreichend Platz für Festivitäten wie Hochzeiten oder andere Feiern. In der Regel wird das Bauwerk aber frei für die Öffentlichkeit zugänglich sein. So können Kinder ausgiebig durch den geschwungenen Laubengang am Eingang oder die beiden kleineren Nebenkuppeln toben.
Auch wenn das Bauwerk schon eröffnet ist, werden bis zum Sommer noch weitere Maßnahmen der „Erlesene Natur“ das Umfeld aufwerten. So sind bereits die Weidenstämme für einen zukünftigen Kopfweidenpfad gesteckt worden. Er verbindet das Palais mit einer neu anzulegenden Uferstelle an der Nethe. Außerdem wird Im Rahmen des Kreisprojekts, das von der Europäischen Union und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird, ein Weidenlehrpfad angelegt, der die Vielfalt der Gehölze und ihre Bedeutung für die Kulturlandschaft im Kreis Höxter vermitteln wird.
Bis der Slogan des Erlebnisgebietes – „Träumen unter grünen Dächern“ - Wirklichkeit wird, vergehen vermutlich noch einige Jahre, in denen die austreibenden Ruten immer wieder beschnitten und eingeflochten werden müssen, bis sich das Blätterdach schließt. Erste grüne Triebe zeigen aber bereits jetzt, dass in den noch kahlen Zweigen schon wieder neues Leben erwacht.
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