Tabarz/Thüringer Wald (Peter Klug) - Die „13“ hat es in sich. Das Bild mit jener Nummer und dem Titel „Impression“ ist nämlich Günter Gehrkes liebstes in seiner neuesten Ausstellung.
Nach dreißig Jahren überwand sich der Tabarzer Künstler und gibt es nun frei zum Verkauf. Seit Samstag ist es deshalb - wie 24 weitere - im Dachgarten der „Klinik am Rennsteig“ zu sehen. „Nicht nur für unsere Patienten, deren Angehörige und Besucher, sondern für alle“, wie Mediclin-Chefärztin Dr. Sabine Victor charmant zur Bilderschau unterm Himmelsblau einlud.
Samstag Vormittag war er das wirklich. Umso bemerkenswerter, dass zur Eröffnung fast 50 Gäste kamen. Das rührte den Künstler sichtlich, machte auch seine Familie stolz. Für sie begrüßte Annedore Gehrke die Kunst beflissene und neugierige Runde: Was Blumen in Gärten, das wären die Künstler fürs Leben. Dem würden Kunst und Kultur erst so etwas wie die Seele geben, befand sie. Umso wichtiger wäre es daher, dass es für beides Förderer wie Dr. Sabine Victor oder Otto Böttcher gäbe: 2009 hatten die Chefärztin und der kaufmännische Direktor die Idee, dem Dachgarten eine neue Bestimmung zuzuführen. Gehrke ist nun der dritte Künstler, der dort zu sehen ist. Um den Aufwand überschaubar zu halten, bleiben die Werke meist übers Jahr hängen.
Hängen geblieben bei den Gästen der Ausstellungseröffnung dürften auch zwei amüsante Randglossen: Zunächst erweckten Ilga und Martin Herzog (Jena) musikalisches Fernweh – mit Querflöte, Klangschale, Maultrommel und anderen, durchaus auch wundersam anmutenden Instrumenten. Hanfried Victor gab frühlingshafte Lyrik zum Besten. Bis ein Telefon klingelte und es dann unüberhörbar „Hallo Opa …“ schallte. Victor blieb ungerührt, beendete seinen Vortrag, wandte sich zum Amüsement der Runde an den ertappten „Opa“ Martin Herzog: „Wolltest mir wohl die Show stehlen?“
Auf die verzichtete auch nicht Roland Scharff. Als Otto Böttcher anhob, den offiziellen Teil zu beenden, stürmte der pensionierte Mediziner nach vorn. Verse des dichtenden Urologen waren 2009 im Band „Erlebtes gefühlt - Ein Gedankenrausch“ erschienen. Gehrkes lernten ihn bei der Eröffnung der vorherigen Ausstellung auf Schloss Tenneberg in Waltershausen kennen- und schätzen. Sie hatten ihn nun umworben, dass er Laudator in Tabarz werden sollte. Zwar verwehrte er diese Gunst. Aber nur, weil er lieber ein selbst verfasstes Loblied auf den Künstler Gehrke vortragen wollte, was ihm schlussendlich auch gelang.
Noch keine Kommentare vorhanden