Unstrut-Hainich-Kreis (mdk) – Auf Bundesebene hat sich DIE LINKE nach vielen Streitigkeiten und Kompetenzgerangel wieder zusammen gerauft. Auf Kreisebene aber, so in unserem Kreis, gab und gibt es auch eine Menge Ärger. Grund genug, um die lose Folge unseres „Frühstück mit…“ fortzusetzen.
Wie aus der örtlichen Presse verlautet, ist der Kommunalpolitiker der Linken, Norbert Mros, nicht mehr Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion (DIE LINKE). Er ist aber weiterhin Stadtrat und Kreistagsmitglied ohne Leitungsfunktion. Wie kam es dazu? - Mros: Neuwahlen nach der Hälfte der Legislaturperiode sind zwar legitim, man kann sie machen, muss sie aber nicht machen. Und wenn, dann (doch) in Anwesenheit aller Fraktionsmitglieder. Das war bei dieser Wahl nicht der Fall, denn Mros erfuhr in seinem Jahresurlaub in Kroatien erst von der Ansetzung der Neuwahl. Da fragt sich der neutrale Beobachter: War dieser Zeitpunkt bewusst gewählt? Zur Zeitabfolge - auf dem Kreisparteitag der LINKEN am 23. Juni 2012 wurde die Ansetzung der Neuwahl bekannt gegeben und diese sollte und ist am 27. Juni 2012 erfolgt. Was war nun der Grund dieser Neuwahl? Wie zu erfahren war, sei man seitens der Fraktion mit dem Vorsitzenden, also Norbert Mros, nicht ganz zufrieden gewesen. Ausschlaggebend sollte u.a. gewesen sein, dass er sich geweigert hat, als Landratskandidat anzutreten, zumal er bekanntlich eine 18-jährige Erfahrung als Fraktionsvorsitzender im Kreistag vorzuweisen habe. Weiterhin musste er sich Kritik gefallen lassen, weil er sich auf die Ausschreibung für die Stelle des Bürgermeisters der Stadt Mühlhausen beworben hatte. Wieso kam es zu dieser Kritik? Mros sagte dazu, dass er im Vorfeld dieser Bürgermeisterwahl dafür war, diese erst nach der Oberbürgermeisterwahl stattfinden zu lassen. Hier bekam er aber von seiner Fraktion letztendlich keine Unterstützung, obwohl bekanntlich auch große Teile des Stadtrates es richtig gefunden hätten, den Bürgermeister nach der Oberbürgermeisterwahl zu wählen. Weiterhin gab es unterschiedliche Auffassungen, dass die Bewerbung von Mros Einfluss auf die Kandidatur von Jörg Kubitzki zum Oberbürgermeister hätte haben können. Rückblickend wurde nun Frau Sill mit Stimmen der Linken gewählt. Der Ausgang war bekanntlich sehr knapp. Mros Bewerbung wurde vom damaligen Oberbürgermeister nicht angenommen, weil er trotz langjähriger leitender Mitarbeit im Kreistag und Stadtrat und durch eine vorhandene Verwaltungsausbildung für diese Position nicht in Frage käme. Dem Leser dürfte auch bekannt sein, dass Mros fast zwei Jahrzehnte als Wahlkreismitarbeiter von Landtagsabgeordneten beschäftigt ist (derzeit bei Jörg Kubitzki, MdL). Also – Bewerbung abgeschmettert in der Rekordzeit von nur einem halben Tag durch Beauftragung eines Rechtanwalts in Erfurt. So kann man sagen, dass die Mühlen der Verwaltung bei Bedarf doch sehr schnell arbeiten können. Norbert Mros verzichtete danach auf weitere rechtliche Schritte, um im folgenden OB-Wahlkampf nicht unnötig Staub aufzuwirbeln. Das Ende ist bekannt: Kubitzki schnitt bei der OB-Wahl schlechter als erwartet ab. Der Landrat wurde von der Bevölkerung mehrheitlich gewählt und Dr. Johannes Bruns gewann die OB-Wahl eindeutig. Norbert Mros kann nach seiner Aussage mit beiden Amtsträgern im Interesse des Kreises und seiner Bürger zusammenarbeiten. Und das wird er in Zukunft in seiner kommunalpolitischen Arbeit auch weiter tun. Ergo: Norbert Mros wird weiter machen und sich nicht frustriert abwenden, trotz Abwahl und mancher persönlicher Enttäuschungen. Viele kennen ihn als das, was er ist: Aufrecht, ehrlich und manchmal auch unbequem im Sinne der zu vertretenden Sache.
PS: Am Montag, dem 16. Juli 2ß12, wurde er vom Kreistag mit einem eindeutigen Votum zum 2. Beigeordneten des Unstrut-Hainich-Kreises gewählt. Also dann, Norbert!
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