Suhl (sg) - Die regionalen Lohnunterschiede waren am 17. April von der Dresdner Niederlassung des ifo- Instituts in einer Studie veröffentlich worden. Ostdeutsche Landkreise und kreisfreie Städte belegen hierbei durchweg die hinteren Plätze. Das gab die Industrie- und Handelskammer in einer Pressemitteilung heraus.
Auf den Plätzen 397 ist der Landkreis Sonneberg zu finden, gefolgt vom Landkreis Hildburghausen auf Platz 400. „Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) erklärt die geringe Entlohnung mit der niedrigen Produktivität der hiesigen Unternehmen.“, heißt es weiter.
Den Berechnungen der IHK zufolge betrug der Umsatz je Mitarbeiter eines Südthüringer Industriebetriebes mit mindestens 20 Beschäftigten im Jahre 2010 179.721 Euro. Im Vergleich dazu steht der Umsatz von 281.778 Euro in Westdeutschland. Dieser gewaltige Unterschied zeigt sich auch gesamtwirtschaftlich. Derzeit besteht beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ein Abstand von 10.500 Euro zwischen Südthüringen und Westdeutschland.
„Unternehmen, die Endprodukte auf den nationalen und internationalen Märkten platzieren können, realisieren immer größere Umsätze je Mitarbeiter als reine Zuliefererbetriebe. Wir haben viele Nischenanbieter und bedeutende Anbieter industrieller Vorleistungen. Um eine höhere Produktivität und damit bessere Einkommen zu realisieren, müssen unsere Unternehmen aber in der Wertschöpfungskette nach vorne gelangen. Dafür ist wirtschaftspolitische Unterstützung erforderlich und zwar in der Fläche und nicht konzentriert auf einzelne Leuchtturmregionen oder –branchen“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.
Eine branchenunabhängige Förderpolitik, die sich an der Steigerung der Produktivität der Unternehmen orientiert, ist aus Sicht der IHK wichtig für Thüringen. Auf diese Weise wird ein monetärer Anreiz für die Unternehmen geschaffen, eigene Anstrengungen zum Aufstieg in der Wertschöpfungskette zu entfalten. Dies sollte durch eine Intensivierung der Innovationsförderung flankiert werden, die vorhandene Potenziale der Unternehmen sichtbar und nutzbar macht. „Neue Produkte sind ein Schlüssel für die hiesigen Unternehmen, in die erste Liga aufzusteigen“, so Pieterwas.
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