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Petra Seidel, Ortsteilbürgermeisterin von Legefeld

Unfairer geht es nicht mehr, Herr Oberbürgermeister!

Seit der OB-Wahlkampf begonnen hat, hieß es, dass er fair sein soll. Sagten alle Kandidaten. Das konnte man, bis vor kurzen auch fast noch so meinen. Doch nun, wird es meiner Ansicht nach im Stichwahlprozess mehr als unfair. Hierzu könnte ich viele Beispiele nennen, aber ich habe mich nur für eins entschieden:

Kürzlich fand ich ein Faltblatt von Stefan Wolf in meinem Briefkasten vor, der mit einigen Unwahrheiten behaftet ist. Hervorgehoben wird darin:„Ich muss nichts versprechen, ich kann beweisen“… Ich kann ebenfalls beweisen, allerdings das Gegenteil dazu:

* Es wird hier das Mehrgenerationenhaus angeprangert. Legefeld stellte bereits vor Jahren, in Zusammenarbeit mit dem Trägerwerk Soziale Dienste, ebenfalls den Antrag, ein solches Mehrgenerationenhaus zu erhalten. Dies stieß auf prompte Ablehnung!

* Auch ich, bin für das Sozialticket und stimmte diesem als Stadträtin selbstverständlich auch zu, weil ich dieses ebenfalls für eine ganz wichtige Sache halte!

Aber deshalb sind wir in Legefeld dennoch auch in dieser Hinsicht benachteiligt. Was nützt denjenigen, die ein solches Ticket besitzen, wenn wir am Wochenende und in den späteren Abendstunden trotzdem vom öffentlichen, kulturellen Leben ausgegrenzt sind?  Am Wochenende fährt der Stadtbus nur 2-stündig und am Abend kommt man zwar gerade noch mit dem Stadtbus ins Zentrum hinein, aber schlecht oder gar nicht wieder zurück. Mit dem Taxi zu fahren, kann sich nicht jeder leisten – schon gar nicht die, die ein Sozialtickets nutzen müssen, Und denjenigen, die selbst mit dem Auto ins Zentrum fahren, denen bleibt es versagt, z.B. auch mal ein „Bierchen“ genießen zu dürfen…

* Es mag sein, dass Stefan Wolf empfindet, dass er eng mit den Ortsteilbürgermeistern (OTB) zusammen arbeitet. Ich behaupte auch nicht, dass ich z.B. nicht auch gut mit ihm klar komme und auch schon mehrere wirklich gute Gespräche mit ihm hatte. Doch was nützen tolle Gespräche, wenn dabei nichts, oder nicht viel heraus kommt und z.B. meines Erachtens trotzdem wahrscheinlich sogar das Ortsrecht verletzt und nicht eingehalten wird? In diesem heißt es u.a. zu den Zuständigkeiten der„Ortschaftsräte“ und zur Anhörung derselben, dass Angelegenheiten, die die Belange einer oder mehrerer Ortschaften berühren, vor der Beratung und Beschlussfassung zur Beratung und Empfehlung genau diesen Räten vorzulegen sind. Das funktioniert in keiner Weise! Denke ich hier nur an Grundstücksverkäufe in unserem Gewerbegebiet. Auch wenn ich, als OTBin das Recht habe, an entsprechenden Ausschuss-Sitzungen teilzunehmen und auch als Stadträtin die Beschlüsse hierzu zu Gesicht bekomme, so habe ich als OTBin hier leider nur Rederecht und nichts weiter. Des Weiteren bin ich auch, da es sich ja hier um nicht öffentliche Sitzungsteile handelt, zur Verschwiegenheit verpflichtet. Wie sollen dann die Ortschaftsräte aber vor einer Beschlussfassung informiert werden und darüber beraten können?

* Was heißt für Stefan Wolf grüner Außenbezirk? Ich denke, hiermit könnte u.a. die „Unkrautwüste Legefeld“ oder „Mülldeponie Legefeld“ sowie eine noch immer „zum Himmel stinkende Dorfteichkloake“ gemeint sein?

*  Ebenso steht im Flyer: …So haben wir verhindert, dass die Schulen und Jugendzimmer in den Ortsteilen geschlossen werden… Hierzu stelle ich mir die Frage: Ist damit auch Legefeld gemeint? Es ist auch von meiner Seite beweisbar, wer es war, die Schließung unserer Legefelder Grundschule zu verhindern, was im Übrigen danach für mich auch eines der Gründe war, unbedingt dem „weimarwerk“ Bürgerbündnis e. V. (keine Partei! Ein bürgerlicher Verein!) beizutreten…

* Warum kümmert sich die Stadt nur um einen Ortsteil (oder zwei?) hinsichtlich eines schnellen Internetanschlusses mit Breitband? Ich habe dieses Anliegen bereits 2004 in einem von mir und meinen Ortsteilräten damals schon organisierten ersten Legefelder Unternehmertreffen mit auf der Agenda gehabt!...

* Selbst das Feuerwehrgerätehaus stünde heute wahrscheinlich noch nicht, wären hier nicht stichhalte Argumente und resoluter Kampfgeist bestimmter Personen und das eigene Engagement der FFW Legefeld im Spiel gewesen. Ähnliches trifft auf unseren wunderschönen Kinderspielplatz und noch so einiges andere ebenfalls zu Legefeld bedeutete jedenfalls für die Stadt bisher fast immer nur „ein Klotz am Bein“ und „5. Rad am Wagen“ zu sein. Hätte ich / hätten wir nicht tatkräftige Unterstützer, wie z.B. „meinen“ Ortsteilrat, die Interessengemeinschaft Legefeld, engagierte Bürger oder die Legefelder Vereine sowie gesellschaftlichen Zusammenschlüsse und vor allem auch die „weimarwerk“-Fraktion hinter mir/uns, dann wäre in Legefeld so gut wie gar nichts passiert. Davon bin ich überzeugt.

 

Ihre Petra Seidel, Ortsteilbürgermeisterin von Legefeld und Holzdorf sowie Stadträtin (ww)

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