Oberweser (DRK) - Ein Bild des Schreckens bot sich den Kräften der Feuerwehr Oberweser und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Hofgeismar auf der K80. Auf den ersten Blick waren zwei verunfallte PKW und ein LKW sowie mehrere Verletzte zu erkennen. Bei genauerem Hinsehen fand sich aber noch ein dritter PKW abseits der Straße im Wald. Auch hier waren die Insassen verletzt. Glücklicherweise handelte es sich aber nur um eine gemeinsame Übung von Feuerwehr und DRK.
Gegen 18.20 Uhr alarmierte die Leitfunkstelle in Kassel die Wehren aus Gottstreu, Heisebeck, Arenborn und Oedelsheim per Sirene, nur wenige Minuten später machten sich die ersten Fahrzeuge auf den Weg. Auf Grund der gemeldeten Lage wurde noch auf der Anfahrt die Feuerwehr Gieselwerder mit ihrem Rüstwagen nachgefordert.
Zusammen mit der Feuerwehr wurden, wie bei allen größeren Feuerwehreinsätzen in Oberweser, auch die Rotkreuz-Helfer der DRK-Bereitschaft Oberweser von der Leitfunkstelle alarmiert.
Zeitgleich setzten sich auch die ersten Rettungswagen und der Notarzt des DRK in Bewegung. Auf dem ersten eintreffenden Rettungswagen saßen zwei angehende Rettungsassistenten aus Hofgeismar deren Aufgabe es war, die rettungsdienstliche Einsatzleitung bis zum Eintreffen der regulären Einsatzleitung zu übernehmen. Somit bestand ihre erste Aufgabe darin, die Einsatzstelle zu sichten. Dafür musste zunächst festgestellt werden, wie viele Verletzte Hilfe benötigen und wer am dringendsten behandelt werden muss. Da einige der Verletzten noch in den PKW eingeklemmt waren, musste die Reihenfolge und das Vorgehen intensiv mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr abgestimmt werden. Insgesamt fanden die Retter sechs teilweise lebensgefährlich Verletzte, einer davon fand sich unter dem LKW.
Schnelleinsatzgruppe besetzt Rettungswagen
Nachdem sich das Ausmaß des vermeintlichen Unfalles herausgestellt hatte, wurden unverzüglich weitere Rettungswagen und Notärzte nachgefordert. Daraufhin alarmierte die Leitfunkstelle die DRK-Schnelleinsatzgruppe (SEG), deren Einsatzkräfte weitere Rettungsmittel besetzten, um den Rettungsdienst zu unterstützen. Auch ein Rettungshubschrauber wurde angefordert. Stand aber auf Grund der Übungsvorgabe nicht zur Verfügung. Weiterhin wurden der Leitende Notarzt (LNA) und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OLRD) als Einsatzleitung Rettungsdienst zum Einsatzort beordert.
Für die Feuerwehr stellte sich die Aufgabe, die Verletzten aus den Autowracks zu befreien, Betriebsstoffe aufzunehmen, den Brandschutz sicher zu stellen und den Rettungsdienst zu unterstützen. Dabei war es von großem Vorteil, dass die Feuerwehr schon nach wenigen Minuten mit mehr als 40 Kräften vor Ort war.
In der Anfangsphase war der Rettungsdienst nur mit einem Rettungswagen (RTW) am Unfallort und so dringend auf die Unterstützung der ehrenamtlichen Sanitätskräfte der Bereitschaft Oberweser und der Feuerwehr angewiesen, da es längere Zeit dauerte, bis weitere RTW eintrafen. Das hatte zur Folge, dass lediglich zwei Rettungskräfte acht schwer Verletzten gegenüberstanden. Und da einer der Beiden bis zum Eintreffen der regulären Einsatzleitung Rettungsdienst noch deren Aufgabe übernehmen musste, blieb für die Verletztenversorgung anfänglich nur ein Rettungsdienstler übrig. Dessen Aufgabe bestand somit darin, die Sanitäter der DRK-Bereitschaft Oberweser und der Feuerwehr bei der Versorgung der Verletzten anzuleiten und selber möglichst den Überblick zu behalten.
Nach dem der erste Notarzt aus Hofgeismar und weitere RTW, die teilweise durch die ehrenamtlichen Helfer der SEG besetzt waren, eintrafen, entspannte sich für die Retter die Lage etwas. So standen dann auch die Kräfte der Feuerwehr wieder für ihre eigentlichen Aufgaben zur Verfügung.
Einsatzleiter gefordert
Auch für die Einsatzleitung der Feuerwehr war es eine anspruchsvolle Aufgabe: da die Patienten aus allen drei PKW mit dem Rettungssatz befreit werden mussten, galt es auch hier die Arbeiten genau zu koordinieren und ständig den Kontakt zum Rettungsdienst zu halten.
So war die Kommunikation auf der Führungsebene zwischen Feuerwehr und DRK auch eins der zentralen Ziele der Übung. In der Anfangsphase hakte es hier zwar etwas, aber im Laufe der Übung spielte sich die Kommunikation dann ein. Trotzdem sah man Seitens der Übungsleitung hier Handlungsbedarf für die Zukunft.
Um das Übungsziel zu gewährleisten, spielte die Übungsleitung, die bei Dirk Biene (Bereitschaftsleiter der DRK-Bereitschaft Oberweser) und Peter Munk (Gemeindebrandinspektor Oberweser) lag, situationsbedingt vorher festgelegte Szenarien ein.
Insgesamt waren Munk und Biene aber sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf. „Natürlich sind einige kleinere Fehler bei der Arbeit der Feuerwehr aufgefallen, aber dafür sind Übungen ja da“, sagte Munk in einem ersten Resümee. Biene ergänzte: „Das gilt auch für das DRK, aber wir werden in einer gemeinsamen Nachbesprechung die Optimierungsmöglichkeiten herausarbeiten und in die Ausbildung einfließen lassen.“
Auch die Teilnehmer befanden die Übung als sehr gelungen. Neben den gut 40 Feuerwehrleuten waren 17 Kräfte vom Roten Kreuz beteiligt. Dazu kommen noch sieben Verletztendarsteller aus Hann.-Münden und sowie etliche Führungskräfte als Beobachter. Die Feuerwehr und das DRK waren mit jeweils sieben Einsatzfahrzeugen angerückt.
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