Arnstadt (ke) - Gut eine Woche hatten die neue Landrätin des Ilm-Kreises Petra Enders und Arnstadts neuer Bürgermeister Alexander Dill Zeit, sich in ihrem Amt zu orientieren, bevor sie am Montag im Arnstädter Rathaus das erste Gespräch unter vier Augen führten. Weitere sollen bald folgen.
Schauen in vielen Punkten in die gleichr Richtung: Landrätin Petra Enders und Bürgermeister Alexander Dill.
© Foto: Kerstin Engelmann„Antrittsbesuch der neuen Landrätin“ hieß der von beiden unabhängig voneinander gewünschte Termin offiziell. Eine Stunde lang sprachen Enders und Dill über anstehende Probleme und Themen, in denen sich Stadt- und Kreispolitik nahekommen. Beide scheinen sich in ihrem neuen Amt wohl zu fühlen und präsentierten sichtlich gelöst die Ergebnisse des einstündigen Austausches.
Unstrittig sei für beide die große Bedeutung und das enorme wirtschaftliche Potential des Erfurter Kreuzes für den Ilm-Kreis. Petra Enders bot dem Arnstädter Stadtoberhaupt an, der bereits unter ihrem Vorgänger Benno Kaufhold bestehenden regelmäßigen Gesprächsrunde zwischen Landrat, Ilmenaus Oberbürgermeister und dem Rektor der Technischen Universität beizutreten. Beide sehen darin eine gute Möglichkeit, den Wissenschaftsstandort Ilmenau und die Wirtschaftsregion am Erfurter Kreuz noch besser regional zu verknüpfen. Dill wolle dabei allerdings nicht für die Unternehmen im Industriegebiet sprechen, sondern eher Interessenvertretung sein und überlegt, wieweit die Einbeziehung eines direkten Vertreters der Initiative Erfurter Kreuz in eine solche Gesprächsrunde möglich ist.
Als weiteres bald anstehendes Thema wurde die Schulnetzplanung im Ilm-Kreis angerissen. „Ich möchte frühzeitig die Schulnetzplanung zur Diskussion in die Gemeinden geben und auch zur öffentlichen Diskussion anregen. Das Schulnetz soll nicht mehr im Kreis im stillen Kämmerlein geplant werden“, machte Enders ihren Standpunkt klar. „Ich kratze auf dem Gebiet noch an der Oberfläche“, musste Dill eingestehen, da die Stadt zwar Nutzer sei, die Planungshoheit aber beim Kreis liege. Allerdings sind ihm anstehende Probleme durchaus bewusst. So habe Arnstadt am Rabenhold zwar eine neu sanierte Schule, aber momentan ständig sinkende Schülerzahlen. Solche städteplanerischen Überlegungen würde er in Zukunft gern mit einfließen lassen. Einig waren sich beide über die Wichtigkeit der Bildungspolitik und dass Bildung vor allem im Grundschulbereich auch im ländlichen Raum möglichst flächendeckend möglich sein soll. „Dazu sind neue möglichst flexible und nutzerfreundliche Konzepte gefragt“, so Dill.
Als weiteres großes Thema sprachen beide über Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Betreuung der Obdachlosen in Arnstadt. „Diese ist Pflichtaufgabe der Kommunen. Arnstadt tut allerdings viel für die Obdachlosen, das weit über die Pflichterfüllung der nächtlichen Unterbringung hinausgeht“, erkennt Enders an. Beide Politiker waren sich einig, dass die Integration ins „normale Leben“ das oberste Ziel sein sollte. Diese Integration durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen, sei wiederum Aufgabe des Kreises, so Enders weiter. Nur so könne verhindert werden, dass die Unterkunft im Obdachlosenheim zum Dauerwohnsitz wird, waren sich beide einig. Dill wünscht sich dafür eine „konzeptionell andere Herangehensweise“ um ein solches „Dauerwohnen“ zu verhindern.
Natürlich reichte diese erste Gesprächsstunde nicht, alle Probleme zu klären oder auch nur anzusprechen. Dafür werde es weitere Arbeitstreffen geben. „Wir werden uns auf kurzem Weg über Probleme informieren und ins Gespräch kommen“, sicherte die Landrätin zu.
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