Bernd Nagel schaut wieder optimistisch in die Zukunft

Nagel-Brot noch in diesem Jahr

Arnstadt (ke) - Gut neun Monate ist es her, dass am ersten Oktoberwochenende 2011 die Bäckerei der Familie Nagel in Flammen stand. Inzwischen zeigt sich Bernd Nagel optimistisch, dass es noch in diesem Jahr wieder nach frischem Nagelbrot duften könnte.

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Der Aufbau der Backstube geht mit großen Schritten voran.

© Foto: C. Stell

„Es war viel mehr kaputt, als wir anfangs dachten. Außer dem Ofen ist kaum etwas stehengeblieben“, fasst der Bäckermeister den vom Feuer verursachten Schaden knapp zusammen. Noch immer sei die Brandursache nicht eindeutig geklärt. „Aber vom Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung wurde ich inzwischen freigesprochen“, so Nagel erleichtert.
Nach Monaten des Aufräumens und Abreißens sind jetzt aber deutliche Fortschritte an der Baustelle in der Zimmerstraße zu erkennen. „Die Zimmermannsarbeiten für das Dach sollen bald beginnen. Das neue Gebäude wird 90 Zentimeter höher als das abgebrannte, das eigentlich einmal nur ein Landwirtschaftsgebäude war“, erzählt  Bernd Nagel. Er hofft, dass spätestens im Oktober die Produktion in der neuen Backstube wieder anlaufen kann. „Im Moment zahlt die Versicherung für den Betriebsausfall. Aber die zahlt höchstens ein Jahr lang“, erklärt er. Und schließlich hängen neben dem Bäcker und seiner Frau Beate noch die Existenzen von weiteren sieben Mitarbeitern am kleinen Familienbetrieb.
Gebacken werden soll dann wieder wie früher. Einige der alten Knetmaschinen, die zum Teil noch aus den 1920er Jahren stammen, wurden inzwischen überarbeitet und können so wieder genutzt werden. „Zum Glück“, meint der Bäckermeister, „das langsame Kneten ist wichtig für die Brotproduktion.“ Wenn er sein „Sauerteigbrot wie zur Kaiserzeit“ bäckt, sei auch die Mehlqualität entscheidend. Ein dunkles Roggenmehl müsse es sein und das sei gar nicht mehr so leicht zu bekommen. Bernd Nagel bezieht es unter anderem aus der Liebensteiner Mühle. Gelagert wird es zukünftig in neuen, brandsicheren Metallsilos im Keller unter der Bäckerei. Durch eine neue Luftförderanlage kommt es dann direkt in die Backstube. Und auch sonst werde wohl noch einiges in neue Maschinen investiert werden müssen, so Nagel. Und auch die elektrischen Anlagen müssen komplett erneuert werden. Trotz aller moderner Technik, die jetzt in die Backstube Einzug halten wird - Backhilfsmittel haben in seiner Backstube auch weiterhin nichts verloren, verspricht Bernd Nagel.
„Dass die Leute so großen Anteil am Schicksal der Bäckerei nehmen, hat uns immer wieder angespornt, weiter zu machen. Und schließlich hängen hier wohnen, leben und arbeiten sehr eng zusammen“, begründet der 71-Jährige, warum er sich all das noch antut. Aber Gedanken mache er sich um die Kundschaft. Nicht beim Brot, da sehe er keine Gefahr. Aber er äußert sich etwas besorgt, wenn er an das restliche Sortiment denkt: „Der Publikumsverkehr in der Erfurter Straße hat deutlich abgenommen. Und es ist auch gar nicht so einfach, den Kundenwünschen immer gerecht zu werden.“
Bernd Nagel wurde im Haus über dem Verkaufsraum geboren und ist in der Backstube aufgewachsen. Die habe damals seine Großmutter geleitet. Und so war sein Schicksal besiegelt, die Bäckertradition fortzusetzen.
„Aber jetzt wird erst einmal aufgebaut. Dann sehen wir weiter!“, schaut der Bäckermeister wieder optimistisch in die Zukunft.

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