Mit einem interessanten Programm über Guatamala und Köstlichkeiten aus diesem südamerikanischen Land, erlebten die Besucher einen bunten Nachmittag im Weberei-Museum in Gieselwerder.
© privat
Gieselwerder - Voll Vorfreude öffneten die Veranstalter die Tore des Museums und die ersten Besucher wurden von guatemaltekischen Gitarrenklängen empfangen. Ximena Maria Ordonez intonierte mit klangvoller Stimme die Lieder ihrer Heimat. In der Diele war ein Buffet mit diversen Leckereien, wie zum Beispiel Nachos mit Frijoles oder Tortillas mit Hochlandhonig aus Guatemala, aufgebaut. Auch die Getränke wirkten überraschend: Horchetta, ein Mais-Milchgetränk mit Zimt und Agavendicksaft, Poncho de frutas, ein Früchtepunsch auf Ananasbasis und Rosé de jamaica, Hibiskustee mit Zitrone und Zucker und natürlich Hochlandkaffee aus Guatemala.
Im warmen Museum wurden die insgesamt rund vierzig Besucher vom ehrenamtlichen Museumsleiter zu einer ganz besonderen Veranstaltung im Rahmen des Partnerjahres mit Guatemala begrüßt: "Märchen und Mythen aus dem Land des ewigen Frühlings."
Zuerst entführte die Märchenerzählerin Gerda Chmiel aus Oedelsheim die gespannten Zuhörer in die geheimnisvolle Welt der Schöpfungsgeschichten der Mayas. Gesten- und wortreich erzählte sie unter anderem von der Erschaffung der Menschen.
Nach einer weiteren Musikeinlage stellte die Guatemaltekin Ximena Maria Ordonez (lebt und studiert in Göttingen) Leben und Werk des guatemaltekischen Literaturnobelpreisträger Miguel Angel Asturias vor. Seinen literarischen Durchbruch erlebte der Vertreter des lateinamerikanischen "magischen Realismus" mit seinem Roman "Mais-Menschen", womit der Bogen zu den von Gerda Chmiel erzählten Schöpfungsmythen geschlagen wurde. Ximena Maria Ordonez erzählte, daß Asturias seine Romane, Erzählungen und Legenden genauso vielfarbig in Worten gestaltete, wie z. B. die Weberinnen in Guatemala ihre farbenprächtige Jacke. Anschließend las sie aus den berühmten "Legenden aus Guatemala" vor. Nach weiteren Liedern tauchten die gebannten Zuhörer aus der mythischen Geschichten- und Liederwelt Guatemalas wieder auf. In der Museums-Diele lief noch ein zehnminütiger Film über den "Quetzal, den Göttervogel des Nebelwaldes".
Zum Ausklang konnten die Besucher noch in aller Ruhe die Ausstellung "Gewebtes aus Guatemala - Ein Feuerwerk aus Farben und Fäden" genießen und sich bei den angebotenen Leckereien austauschen. Alle versprachen wiederzukommen. Natürlich kostete es, wie immer, keinen Eintritt - dafür flossen aber großzügige Spenden für den Museumsaufbau.
Die nächsten Veranstaltungen im Rahmen des Partnerjahres, ist der traditionelle "Advents- und Weihnachtsnachmittag" am 12. Dezember ab 15:00 Uhr. Diesmal mit mittelamerikanischer Weihnachtsmusik und einer Weihnachtsgeschichte aus Guatemala. Drei Besucher aus Höxter waren so begeistert, dass sie im Dezember mit einer Gruppe von bis zu 50 Wanderern wieder kommen wollen
Am 23. Januar 2011 ab 15:00 Uhr findet "Leben in Guatemala" statt. Martin Müller, der Gründer der Hilfsorganisation APEI erzählt vom Leben der Hochland-Indios und Vilma Ordonez aus Guatemala-City vom Leben der Ladinos.
Noch keine Kommentare vorhanden