Eine sinnerfüllende Aufgabe

Manon Müller unterstützt schwierige Jugendliche

Uslar (usm) - Mit einer auf Jugend- und Heimerziehung ausgelegten Ausbildung zur Erzieherin hat Manon Müller einen hoch qualifizierten Abschluss im sozialen Berufsfeld vorzuweisen. Nicht nur in der fachspezifischen Theorie beinhaltete die von ihr absolvierte Ausbildungsform fundierte Wissensvermittlung, sondern auch das praktische Arbeiten war für Manon Müller von Anfang an ein Bestandteil ihres Ausbildungsganges. Das Konzept der sich abwechselnden theoretischen Lerneinheiten an der Fachschule sowie ergänzenden praktischen Tätigkeiten in Kooperationsbetrieben, zeichnet diese Ausbildungsform besonders aus. Der jungen Frau half es, sich mit ihrer Detailkenntnis früh in der alltäglichen Aufgabenwelt und nah am Menschen zu orientieren.
Im Herbst 2018 entschied sich Manon Müller dafür ihr Engagement, Fachwissen und Können in den Strukturen des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs Uslar einzubringen.
Die Wohngruppe Teichhof, wo sie im Einsatz ist, unterstützt Jugendliche ab 12 Jahren in Form einer intensiv betreuten Wohngemeinschaft, für die familienanaloge Angebote wie beispielsweise Kinderdorffamilien und Erziehungsstellen nicht infrage kommen. Oftmals zeigen diese Jugendlichen ein sehr ausgeprägt auffälliges Verhalten, können nur schwer Bindungen eingehen oder zeigen aggressive Verhaltensweisen. Manon Müller versucht sich als Pädagogin in die Situation der WG-Bewohner hineinzuversetzen und ist zusätzlich aufgrund ihres jungen Alters von 24 Jahren noch nah an deren Lebenssituation. Beides hilft ihr, einen Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen. Tagtäglich zeigt sie so den Jugendlichen auf, das eigene Leben konstant und mit Blick nach vorn in die Hand zu nehmen und innerhalb eines kleinen sozialen Raumes sicher zu agieren. Dies sind natürlich Aufgaben innerhalb ihrer Arbeit, die einem langen und geduldig zu folgendem Prozess entspringen und weder ersichtlich sind, noch schnell greifbar werden sowie sofort Früchte tragen.
Im Teichhof bestehen ihre Aufgaben dagegen aus der typischen Betreuung und Versorgung im Alltag und darin, den Jugendlichen Regeln und Grenzen als verlässlichen Rahmen im Alltag zu bieten. Sie hilft zudem bei der Zubereitung von Mahlzeiten, vereinbart Arzttermine oder unterstützt die Jugendlichen bei der Wahrnehmung dieser. Für die Teichhof-Bewohner gibt es auch einen festen Ordnungsplan. Wenn Manon Müller Dienst hat, dann hat sie auch ein Auge darauf, ob dieser eingehalten wird. Ein schneller Blick in die Zimmer ihrer Schützlinge zeigt außerdem, wer in Sachen Aufräumverhalten noch Nachholbedarf hat. Das Leben im Teichhof verläuft sehr strukturiert. Dies ist wichtig, um den Jugendlichen einen festen Halt und Orientierungspunkte zu geben. Sie werden auf diese Weise optimal auf ihr späteres, eigenständiges Leben vorbereitet. Alle Angebote, die die Fachkräfte an ihre Bewohner machen sind daher nur unterstützende Hilfsangebote. Diese wiederum bieten ihnen die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Die ersten Schritte in ein solches, eigenständiges Leben können die Bewohner übrigens auch in Anbindung an die Wohngruppe Teichhof wagen: Im Erdgeschoss des großen Hauses gibt es zwei Appartements zum Zwecke der Verselbstständigung ehemaliger Bewohner des Teichhofs. Hier kümmern sich Manon Müller und das weitere Teichhof-Team nur noch in Form von ambulanten Betreuungsstunden um die alltäglichen Belange, bleiben aber jederzeit als feste Ansprechpartner erhalten.
Zur Betreuung der Jugendlichen gehören nicht nur Regeln und Pflichten. Für die Jugendlichen im Teichhof sollen Spaß und Gemeinschaftsgefühl nicht zu kurz kommen. Regelmäßig werden an Wochenenden Gruppenaktionen unternommen. Das kann mal ein Tagesausflug zum gemeinsamen Klettern im Hochseilgarten oder auch der Besuch im örtlichen Kino sein. Aber auch Übernachtungsausflüge stehen auf dem Programm, welche den Betreuern und Jugendlichen besonders viel zeitlichen Raum fern vom Alltagsgeschehen geben. Ein Hauptgrund für solche Aktionen sind das Vermitteln von Gemeinschaftssinn, die Stärkung des Gruppengefühls und das Eröffnen neuer Erfahrungsräume.
Struktur und Konsequenz, aber auch Spaß und Selbstverwirklichung stehen in einer betreuten Wohngruppe wie dem Teichhof für die Jugendlichen also auf dem Tagesprogramm. Aber wie ist das eigentlich für die Mitarbeiter? Wie fühlt sich der Job in so einer Einrichtung an und was muss man unbedingt mitbringen für diese lohnende und nicht immer leichte Aufgabe?
„Auf jeden Fall braucht man einen starken Charakter und viel Durchhaltevermögen“ weiß Manon Müller über ihren Job zu berichten. „Aber auch Teamfähigkeit ist ein absolutes Muss!“ Jeder Mitarbeiter durchlebt andere Situationen mit den Jugendlichen. Manchmal ist viel Sensibilität gefragt, um den richtigen Umgang zu finden. Zu anderen Zeiten laufen die Pädagogen wiederum Gefahr, durch einen gewieften Bewohner gegeneinander ausgespielt zu werden. Da ist ein regelmäßiger und offener Austausch im Team eine unumstrittene Notwendigkeit. Manon Müller weiß aber auch von Situationen, in denen es den Mitarbeitern selbst gut tut, sich über etwas zu beratschlagen und Bestätigung im Kollegenkreis zu finden oder Erfahrungen austauschen zu können. Die Teamsitzungen finden wöchentlich und intensiv statt und sind für alle Angestellten des Teichhofs verpflichtend.
Bringt man Stärke mit und ist ein „Team-Worker“, so sind dennoch nicht zwangsläufig die Voraussetzungen für eine Tätigkeit in diesem Bereich gegeben. Autorität zeigen und dabei Souveränität ausstrahlen, Einfühlungsvermögen haben, als Vorbild zu fungieren und dabei selbst einen Schritt zurücktreten, um selbstkritisch urteilen zu können, das sind weitere wichtige Faktoren. Wer sich jedoch zutraut, diese Kompetenzen zu haben und einzubringen, der wird in diesem Job nah am Menschen auch belohnt. Stück für Stück öffnen sich Jugendliche, zeigen auf ihre Weise Dankbarkeit und sagen durch ihre tatkräftig und frohmutig eingeschlagenen Lebenswege nach dem Teichhof: „Das habt ihr richtig gemacht“. Zu sehen, wie ein Jugendlicher, der mit vielen Problemen zu kämpfen hatte, sich Schritt für Schritt eine ganz eigene Lebensperspektive erkämpft, ist ein großartiges Gefühl. Und die Teichhof-Mitarbeiter begleiten ihn bei diesem Selbstfindungsprozess.
Damit alles ineinanderfließt und die Betreuung und Unterstützung der Jugendlichen bestmöglich gewährleistet werden kann, sind andauernde Reflektionen für alle Beteiligten ein großes Thema. Nicht nur die Jugendlichen selber bekommen ihr Verhalten vor Augen geführt und werden mit Möglichkeiten konfrontiert, auch die Mitarbeiter entwickeln sich ständig durch angeleitete Selbstreflektion weiter. Ein allgemeiner Austausch findet im Team statt, persönliche und individuelle Anliegen aber können jederzeit mit dem für die Einrichtung zuständigem Erziehungsleiter besprochen werden. Und glücklicherweise hat Manon Müller die bedeutende Erfahrung gemacht, dass das System funktioniert. Sie ist stolz darauf, im Teichhof zu arbeiten und zu einem gut funktionierenden Hilfesystem nah am Menschen zu gehören, wo die Belange der Individuen noch von Bedeutung und Wert sind.
In den Einrichtungsteilen des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs Uslar bekommt engagiertes und fachversiertes Personal immer eine Chance auf einen erfüllenden Job mit fairer Vergütung und wertschätzendem Umgang. Nähere Informationen über die Einrichtung finden sich auch auf der Website: www.kinderdorf-uslar.de. Bewerbungen können jederzeit an das Kinderdorf Uslar gerichtet werden.

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