Kreis Höxter (ozv) - „Die Bundesregierung plant 350 Millionen Euro mehr für den Kita-Ausbau, hat aber zwei Milliarden für das Betreuungsgeld übrig“, sagt Martin Henkel, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter. „Vorfahrt für die Schaffung von Betreuungsplätzen sieht anders aus.“
Bereits seit Monaten sei absehbar, dass der Ausbau der Betreuungsplätze nicht so laufe, dass der Rechtsanspruch auch nur annähernd erfüllt werden könne. „Wir erleben doch hier vor Ort, wie junge Eltern jonglieren müssen, um Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder zu finden“, berichtet Henkel. „Ein Betreuungsplatz für ein Kleinkind ist derzeit noch wie ein Sechser im Lotto.“
„Anstatt sich der Herausforderung zu stellen, hat man sich hinter Zuständigkeiten versteckt und damit viel Zeit verschenkt“, meint der stellvertretende Vorsitzende André Heinermann. Auch die meisten der jetzt vorgestellten Maßnahmen seien langfristig und vage formuliert. „Für Eltern, die nächstes Jahr tatsächlich einen Betreuungsplatz brauchen, ist das keine Hilfe“, führt Heinermann aus.
Positiv bewerten die Wirtschaftsjunioren die Pläne, die Schaffung von Betreuungsplätzen durch den Abbau von bürokratischen Hürden einfacher zu machen. „Dass junge Eltern berufstätig sein können, darf nicht an der Höhe von Waschbecken oder getrennten Toiletten scheitern“, sagt der Vorsitzende Martin Henkel. Deshalb sei es richtig, alle Vorschriften kritisch zu hinterfragen. „Wenn das gelingt, wird es auch für Unternehmer hier vor Ort attraktiver, eigene Betreuungsplätze zu schaffen und so einen Beitrag zu leisten“, betont Henkel.
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