Modellbundesbahn unter Dampf

Brakel (ozm) – Die Modellbauprofis von der Modellbundesbahn haben sich einmal mehr tüchtig ins Zeug gelegt und präsentieren den Besuchern einige großartige Ausblicke auf verkleinerte Landschaften.

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Großes Viadukt, kleines Viadukt.

© Foto: privat

Die Arbeiten am ersten neuen Bauabschnitt „Teutoburger Wald“ biegen auf die Zielgerade ein. Entlang einer 25 Meter langen Paradestrecke sind Glanzlichter der Hauptbahn Paderborn – Altenbeken zu entdecken. Die Modellbundesbahn spielt im Sommer 1975 und zeigt zwei so große Bauwerke wie den Dunetal- und den Beketalviadukt, kompromisslos im Maßstab 1/87 erbaut. Erste Testzüge rollen bereits über Deutschlands längste maßstäblich nachgebaute H0-Brücke, die 552 cm lange Steinbogenbrücke des großen Altenbekener Viadukts. Gäste bekommen dabei oft Lust, sich die 24 Bögen der mit 482 Metern längsten Kalksandsteinbrücke Europas einmal in echt anzusehen. Umgekehrt ist es auch so, wer die Vorbilder kennt, möchte konkret sehen, wie viel Platz solche Bauwerke 87fach verkleinert beanspruchen.
Der Dunetalviadukt bei Neuenbeken steht etwas im Schatten des Altenbekener Viaduktes. Im Original misst er 222 m bei 34,5 m Höhe. Im Modell ist der “kleine” Viadukt 2,55 Meter lang. Das landwirtschaftliche Gehöft „Dunehof“ zu seinen Füßen ist originalgetreu nachgebaut und bereits von einer Grundvegetation umgeben. Chefmodellbauer Michael Butkay muss sich allerdings noch um die Gestaltung der Wiesen, Felder und Obstgärten kümmern. Dabei greift er auf die handgebauten Bäume, Büsche und Sträucher des Niederländers Jos Geurts zurück. Im November wird ein TV Team die Arbeiten der Modellbauer, zu denen außerdem der Schweizer Jos Geurts und die beiden Brakeler Karl Fischer und Norbert Sickmann gehören, vier Tage lang begleiten. In der Reportage sollen neben dem Geheimnis hinter der wie echt wirkenden Begrünung auch die Arbeiten an aufwändigen Funktionsmodellen wie dem Waldbrand im Eggegebirge gezeigt werden.
Die Urgewalten Dampf, Rauch und Feuer spielen ab sofort auch auf den bereits bestehenden Bauabschnitten eine größere Rolle. Der große Ottberger Ringlokschuppen ist mit dem ersten Öffnungstag der Herbstferien, dem 14. Oktober 2021, ebenso wie der hohe Backsteinschlot der Papierfabrik Ottbergen unter Dampf zu sehen. Der Dampfbetrieb im Weserbergland endete am 29. Mai 1976 mit dem Abstellen der schweren Güterzugdampfloks aus der Baureihe 044 für immer – die Modellbundesbahn hält die Erinnerung an die große Zeit der Dampfeisenbahn lebendig. Das Fachmagazin Eisenbahn Kurier urteilt über die Brakeler Dauerausstellung: „Gehört zum besten, was öffentlich zu sehen ist.“
Bis zum 1. November ist die Modellbundesbahn, Rieseler Feld 1b donnerstags bis sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der erste November ist ein Sonderöffnungstag, danach beginnt die Wintersaison, in der immer sonntags von 11 bis 18 Uhr die Tore zum Besuch offen stehen. Einlass 3G.

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