Im Thüringen-Derby des aktuellen Spieltages der Mitteldeutschen Oberliga, HSV Apolda gegen den HSV Bad Blankenburg, konnten die Kurstädter am Freitag nur einen mageren Punkt mit nach Hause nehmen.
HSV Bad Blankenburg holt einen Punkt in Apolda
© (c)HSV Bad Blankenburg, Andreas Karlen: Radeck Miler
In einer hochdramatischen Schlussphase vergaben die Schützlinge von HSV Trainer Frank Ihl insgesamt vier Siebenmeter und konnten letztendlich noch über den einen „gewonnenen“ Punkt froh sein. Die von Ihl geforderte Trotzreaktion nach dem desaströsen Spiel gegen die HSG Freiberg in der vergangen Woche, war aber vor allen Dingen im zweiten Durchgang nicht erkennbar. Schon die Vorzeichen standen für dieses Spiel nicht gut: Der HSV Bad Blankenburg ging faktisch ohne seine beiden Stammtorhüter in das Spiel: Felix Herholc musste sich in der vergangen Woche kurzfristig einer Operation unterziehen und wurde erst am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen; Tobias Jahn kämpfte bereits mehrere Tage mit einer starken Erkältung und war auch am Freitag noch stark angeschlagen. Frank Ihl fragte daher kurzer Hand beim Trainer der zweiten Mannschaft Gerhard Hanl an und bekam grünes Licht für den Einsatz von Torhüter Thorsten Enzian. Und um dies vorweg zu nehmen: Enzian machte am Freitagabend „das Spiel seines Lebens“ und vereitelte allein in Durchgang Eins insgesamt neun 100% Chancen der Gastgeber. Immer wieder applaudierten Mannschaft und Fans dem großartig haltenden 23-jährigen. Enzians Leistung war dann auch der Grundstein für eine 1:5 Führung der Kurstädter, welche Ralph Börmel, Trainer des HSV Apolda, bereits in Minute 11 zum zücken der grünen Karte veranlasste. Bis zur 23. Minute konnte der HSV Bad Blankenburg den vier Tore Vorsprung auch halten (6:10) – ließ in Folge aber die Gastgeber innerhalb von 4 Minuten bis zum 10:10 wieder ausgleichen. Einmal mehr war es die Unkonzentriertheit und Inkonsequenz im Abschluss des HSV Bad Blankenburg, die ein Aufschließen des Gegners nach Führung bedingten. Die zahlreich mitgereisten Fans des HSV Bad Blankenburg hatten bis zu diesem Zeitpunkt auch die Werner Seelenbinder Halle fest im Griff und boten nahezu Heimspielstimmung für Ihre Mannschaft. Die ließ sich auch von dem Zwischenspurt der Gastgeber in dieser Phase nicht in die Irre treiben und zog erneut auf 10:13 davon. In der 30. Minute verkürzte dann noch Apolda auf 11:13, ehe es in die Halbzeitpause ging. Die Gäste aus Bad Blankenburg kamen dann auch deutlich besser aus der Pause, vereitelten den ersten Angriff der Apoldaer und zogen mit 11:14 und einem in Anschluss verwandelten Siebenmeter zum 11:15 davon. Zu diesem Zeitpunkt glaubte keiner der anwesenden Fans, dass es an diesem Abend noch einmal richtig spannend werden könnte. Mit einem gehörigen Kraftakt und unterstützt von der Abschlussschwäche der Gäste, gelang es den Glockenstädtern – trotz zeitweiligem doppelten Unterzahlspiel – bis zur 38. Minute auf 16:16 abermals auszugleichen. In Minute 40 verletzte sich zudem Kai Fladerer, einer der beiden anwesenden Schiedsrichtern an diesem Abend. Mit Zustimmung der Trainer beider Mannschaften, wurde das Spiel fortan von Hendrik Möller allein weiter geleitet – was in einer solchen hitzig geführten Partie zu einer besonderen Herausforderung wurde. Das Spiel wurde nun Zunehmens rauer und folglich von etlichen Unterbrechungen und Zweiminuten Strafen durchzogen. Beim Spielstand von 23:23 (53. Minute) wurde auf Seiten der Gastgeber Volker Goldmann das erste „Opfer“ der zahlreichen Zeitstrafen. Mit seiner dritten Zweiminuten-Strafe konnte Goldmann vorzeitig duschen gegen. Der aus dieser Aktion zugesprochene Siebenmeter wurde, erstmalig an diesem Abend, vom Apoldas Schlussmann Lars Herzfeld pariert. Auch den folgenden Spielzug vermochten die Kurstädter nicht in Zählbares zu verwandeln und scheiterten erneut am nun immer stärker werdenden Herzfeld. Nur zwei Minuten später hatte der HSV Bad Blankenburg erneut die Chance, durch Siebenmeter in Führung zu gehen – abermals aber scheiterten Eric Sindermann – der bis dahin alle Siebenmeter verwandelte – und ebenso in der Wiederholung Donatas Puikis. Wiederum zwei Minuten später – in der 57. Spielminute – bekam dann Igor Ardan die Chance, den HSV Bad Blankenburg nun durch Siebenmeter „zu erlösen“ und in Führung zu bringen. Aber auch dieser vierte Strafwurf innerhalb von 4 Minuten wurde nicht genutzt und der Spielstand blieb unverändert bei 23:23. Erst in der 59. Minute war es Dominik Althoff, der, nach erneut verlorenem Ball im Spielaufbau der Gäste, durch Tempogegenstoß den HSV Apolda mit 24:23 in Führung brachte. Im Gegenzug packte Apoldas Abwehr erneut zu hart zu und Eric Sindermann verwandelte seinen insgesamt sechsten Siebenmeter an diesem Abend zum Schlussstand von 24:24. Die Schlussminute war geprägt von hektischen Aktionen in einer offenen Abwehr und Dank Tobias Jahn, der den letzten Angriff der Apoldaer an den Pfosten lenkte, veränderte sich das Ergebnis nicht noch 15 Sekunden vor dem ertönen der Schlusssirene zum Ungunsten der Gäste. Frank Ihl ärgerte sich nach dem Spiel nicht nur über die ungenutzten Chancen vom Siebenmeter Punkt: „Wenn wir keinen konsequenten Abschluss finden und einen Vorsprung auch mal halten und weiter ausbauen können, müssen wir uns nicht wundern, dass wir hier einen Punkt liegen lassen“. Für den HSV Bad Blankenburg spielten: Thorsten Enzian, Tobias Jahn, Igor Ardan (2/1), Felix Menge (1), Martin Hanl, Eric Sindermann (10/6), Radoslav Miler (3), Donatas Puikis (3), Paul Weyhrauch (2), Ivo Havel (2), Robert Römermann (1), Erik Merkel, Sebastian Bock, Vitalis Tautvaisas
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