Nussjagdsaison

Haselmäuse vor der Haustür

Erfurt (NABU Thüringen) - Die „Große Nussjagd“ in Thüringen erbringt Haselmausnachweise durch Fraßspuren an Haselnüssen in Saalfeld-Rudolstadt, Judenbach und Gehren, sowie 24 direkte Nachweise durch Sichtungen. Die Ergebnisse der Nussjagdsaison 2011/12 gab heute der NABU Thüringen gegenüber der Presse bekannt.

Bild anzeigen Franziska Hermsdorf zeigt Knabbernüsse der Haselmaus © NABU Thüringen

Zur Zeit verlassen die jungen Haselmäuse so allmählich ihre Nester. Durchschnittlich vier nackte Haselmausbabys teilen sich die Geborgenheit des Nestes mit ihrer Mutter. Ungestört - zumindest so lange nicht die Biologin Franziska Hermsdorf zur Kastenkontrolle vorbeischaut! Als „Schlaumaus“ koordiniert sie für den NABU die „Große Nussjagd“ in Thüringen.

„Um Haselmäuse schützen zu können, ist es wichtig zu wissen, wo sie leben“ so die Biologin. Das herauszufinden ist angesichts der versteckten Lebensweise der scheuen Tiere im dornigen Brombeergebüsch gar keine leichte Aufgabe. Zum Glück haben auch in diesem Jahr wieder kleine und große Naturfreunde aus ganz Thüringen bei der Bewältigung dieser Aufgabe geholfen. Als sogenannte „Nussjäger“ machten sie sich auf die Suche nach angeknabberten Haselnüssen. Anhand der Fraßspuren versuchten sie so, der gefährdeten Haselmaus auf die Schliche zu kommen. „Haselmäuse knabbern ganz runde Löcher in die Nuss und hinterlassen Schleifspuren am Rand“, erklärt Nussjägerin Nele Klein aus Altenburg. Dort wo Fraßspuren der Haselmaus nachgewiesen werden können, erhält die Art einen weiteren Punkt auf der Verbreitungskarte und künftig Unterstützung durch Naturschützer.

Auch 2012 war die Nussjagd wieder ein großer Erfolg: 610 Nussjäger untersuchten insgesamt mehr als 6000 Haselnüsse. Dabei konnten die Kinder der Grundschule Katzhütte in Saalfeld-Rudolstadt und der KiTa Judenbach tatsächlich anhand von Knabbernüssen feststellen, dass Haselmäuse quasi vor ihrer Haustür leben. Ein weiteres Vorkommen wurde bei Gehren im Ilmkreis belegt. Bei der Verlosung der Sachpreise wurden natürlich alle Nussjäger berücksichtigt. Des weiteren wurden im Rahmen der Nussjagd, 24 direkte Nachweise zum Beispiel durch Sichtungen bei Nistkastenkontrollen aber auch durch Todfunde in Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis, Eichsfeld, Greiz und im Altenburger Land ermittelt.

Damit am Ende die Haselmaus der wirkliche Gewinner ist, wird es auch in der Saison 2012/2013 wieder heißen: „Auf zur Großen Nussjagd in Thüringen“. „Ich freue mich schon jetzt wieder auf zahlreiche Einsendungen. Die Arbeit der Nussjäger für den Haselmausschutz ist nicht zu unterschätzen“, so die Schlaumaus. „Aber die Freude am Forschen und Entdecken in der Natur soll in jedem Fall an erster Stelle stehen!“. Näher Infos zum Projekt finden sich unter www.Nussjagd-Thueringen.de.

NABU Thüringen - Leutra 15, 07751 Jena
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