Für die Behandlung des HWS-Syndroms ist eine exakte Diagnose wichtig

Woher kommen die Nackenschmerzen?

(dbp/nas) - Nackenschmerzen und Schwindel gehören zu den häufigsten Beschwerden rund um die Halswirbelsäule (HWS). Es gibt aber noch viele mehr und allesamt lassen sie sich mit dem Etikett HWS-Syndrom versehen. Die Palette möglicher Ursachen ist bunt und reicht von einer simplen Verspannung bis hin zur Tumorerkrankung.

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Für Beschwerden an der Halswirbelsäule gibt es verschiedene Gründe – zum Beispiel Verspannungen oder eine Wirbelabnutzung.

© Foto: Martinan/Fotolia

„Oft sind die Beschwerden durch zunehmende Abnutzung bedingt", erklärt Professor Dr. Marcus Richter von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Vor allem bei Jüngeren liege aber auch häufig eine Muskelverspannung oder eine funktionelle Störung vor, wenn Schmerzen im Nacken auftreten. Beim sogenannten „Schiefhals" sind zum Beispiel meist gering gegeneinander verdrehte Wirbel schuld an den Beschwerden. Das kann nach Aussage des Mediziners chiropraktisch (also durch Einrenken) oder mithilfe von Krankengymnastik behoben werden; ebenso wie es sich auch oft mit der Zeit von selbst wieder gibt.


Alles wieder einrenken
Massagen und Wärmeanwendungen können helfen, genau wie muskelentspannende oder schmerzstillende Medikamente. Bevor jedoch eingerenkt wird, sollte man anhand eines Röntgenbilds eine Instabilität, einen Wirbelbruch oder einen Tumor ausschließen, so Professor Richter. Ausstrahlende Schmerzen und Schwäche in den Armen sind wiederum Alarmsignale, die auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten. In diesem Fall sei eine Kernspintomographie notwendig. Denn: Ist ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert, verbietet sich das Einrenken.
Als Behandlung kommt hier entweder eine konservative Therapie (Spritzen, Medikamente, Physiotherapie, muskelentspannende Verfahren) oder – inzwischen nur noch bei einem geringen Anteil der Patienten – eine Operation infrage.
Eine Kompression der Nervenwurzeln oder eine Spinalkanalstenose, also eine Verengung des Kanals, der im Innern der Wirbelsäule verläuft, sind weitere mögliche Ursachen für Nackenbeschwerden. Bei älteren Patienten kann laut Professor Richter ein osteoporotisch bedingter, also ein durch Knochenschwund hervorgerufener Bruch vorliegen.


Abnutzung und Fehlhaltung
In vielen Fällen sei aber, wie gesagt, eine Abnutzung das Problem. Außerdem machen Fehlhaltungen, Verspannungen und Stress der Halswirbelsäule zu schaffen. Belastungen – nicht nur einseitige körperliche, sondern ebenso psychische – sind nach Ansicht des Experten ein entscheidender Aspekt. „In die Wirbelsäule wird oft viel hineinprojiziert", so Richter – zum Beispiel, wenn wir etwas im übertragenen Sinne schultern müssen oder vielleicht auch niedergeschlagen sind. Die Psyche spielt insbesondere beim Schmerzempfinden und bei der Schmerzverarbeitung eine große Rolle. Nicht selten lassen sich deshalb bei Rückenschmerzen auch keine organischen Ursachen finden.
Je nach Ursache können Nackenbeschwerden oft einfach und effektiv behandelt werden – zum Beispiel mit Massagen, Medikamenten, Wärmeanwendungen oder Krankengymnastik. Manchen hilft es, im Alltag öfter mal auszuspannen.
Mehr zum Thema Rücken und Wirbelsäule unter www.gesund-durch.de/gesundheit_a-z/knochen-und-gelenke

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