Für den Lückenschluss im Mund gibt es verschiedene Möglichkeiten

Zahnersatz: Brücke oder Implantat?

(dbp/nas) - „Jede Lücke kann entweder mit einer klassischen Brücke oder einem Implantat versorgt werden“, sagt Professor Dr. Hendrik Terheyden von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde (DGZMK). Brücken sind meist die preisgünstigere Variante, allerdings gibt es neben den Kosten auch noch andere wichtige Aspekte bei der Wahl des Zahnersatzes.

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Ob ein Implantat oder eine klassische Brücke die Zahnlücke schließen soll, ist unter anderem eine Kostenfrage.

© Foto: dbp

Eine klassische Brücke wird an den Zähnen rechts und links der Lücke verankert, erläutert Professor Terheyden. Damit die Verankerung hält, müssen diese Zähne beschliffen werden – ein klarer Nachteil, wenn sie ansonsten eigentlich gesund sind. Bis zu zwei, selten drei (und nur in den wenigsten Fällen vier) fehlende Zähne lassen sich „überbrücken“, sagt Professor Terheyden. Traditionell wird als Material eine Goldlegierung verwendet, aber auch nichtedle Metalllegierungen und immer häufiger Keramik (Zirkonoxid) kommen zum Einsatz. Standard sind Brücken aus einem Metallgerüst, die mit Keramik verblendet sind.

Brücken aus Gold sind lange haltbar

Die Vorteile einer Brücke aus Gold sind laut Professor Terheyden die Eigenschaften des Materials: Es ist äußerst haltbar und korrosionsfrei. Der Nachteil: die Kosten aufgrund des hohen Goldpreises. Bei Legierungen aus nichtedlen Metallen bestehe – allerdings sehr selten – die Gefahr einer Allergie, bei keramischen Verblendungen könne es, vor allem bei Knirschern, zu Abplatzungen kommen. Dafür wirkt Keramik am natürlichsten, weil sie wie der Zahnschmelz der Zähne lichtdurchlässig ist. Die Kosten einer Brücke variieren je nach Größe und Material; ab 300 bis 400 Euro geht es aufwärts.
Ein Zahnimplantat – beziehungsweise der Zahnersatz, der auf die Implantate geschraubt wird – kann ebenfalls aus Gold, anderen metallischen Legierungen oder Keramik gefertigt werden. Diese „Ersatzzähne“ werden mit künstlichen Wurzeln wie mit Dübeln im Kieferknochen verankert. In jedem Fall bieten Implantate optimale Stabilität, erklärt Professor Terheyden. Sie brauchen etwa drei Monate, um einzuheilen; für diese Zeit bekommt der Patient in der Regel ein Provisorium über die Lücke gesetzt.

Implantate bremsen den Knochenabbau

Der Nachteil: Zähne durch Implantate zu ersetzen, bedeutet eine Operation. Liegen Risikofaktoren (zum Beispiel Diabetes oder eine Rheumaerkrankung) vor oder muss ein sehr großer Knochenaufbau erfolgen, sind in manchen Fällen ein Krankenhausaufenthalt oder eine Vollnarkose nötig. Ansonsten wird in der Regel ambulant operiert.
Die Kosten eines Implantats liegen bei etwa 2.000 Euro pro fehlendem Zahn (Implantat plus Zahnersatz) für „einfache Fälle“, sagt Professor Terheyden. Implantate sind zwar der etwas teurere Zahnersatz, aber auch der einzige, der aktiv einem Knochenverlust entgegenwirkt. Der Grund: Der Kieferknochen wird durch die künstliche Wurzel weiterhin wie gewohnt belastet. Implantate können zum Schließen größerer Lücken übrigens auch Brücken oder Prothesen tragen.
Weitere Informationen zum Thema Zahngesundheit unter www.gesund-durch.de/gesundheit_a-z/zahn-und-kiefer oder www.zahnimplantate-infoportal.de; Informationen der Deutschen Gesellschaft für Implantologie.

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