Northeim (usj) - „Nicht nur die Übergabe der Feldkochherde an die Feuerwehrbereitschaften 1 und 2, die Ehrung der Kameraden Richard Herbst und Eckhard Lucht sowie von Fachbereichsleiter Peter Ahrens für jahrzehntelange Verdienste um das Feuerwehrwesen standen im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises, sondern ebenso die Notfallseelsorge und der Katastrophenschutz im Landkreis Northeim“, so Vorsitzender Karl-Heinz Hagerodt (CDU).
Der Koordinator für die Notfallseelsorge, Pastor Torsten Wiegmann, stellte die Bedeutung der im Landkreis rund 20 ehrenamtlich tätigen Seelsorger sowohl für Unglücksbetroffene als auch für die Einsatzkräfte eindrucksvoll „Mit 1. Hilfe für die Seele“ heraus. KBM Bernd Kühle sprach mit großem Respekt von einer vorbildlichen Regelung der Notfallseelsorge im Landkreis Northeim, die auch schon in der Nachbarschaft, z.B. beim Bombenunglück in Göttingen, wertvolle Hilfe geleistet habe. Die aktuelle Situation im Katastrophenschutz beleuchteten in Kurzreferaten Fachbereichsleiter Peter Ahrens, KBM Bernd Kühle und der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Bodo Lenkewitz. Die regelmäßigen Übungen, der kontinuierliche Besuch der Führungslehrgänge und der Arbeitskreis zur Identifizierung und Analyse vorhandener Risiken im Landkreis Northeim kamen ebenso zur Sprache wie die monatlichen Fachgespräche der 6 SEG, die es seit dem Eisenbahnunglück in Northeim (1992) gibt. Einstimmig abgesegnet wurde der Haushalt 2012, der zwar keine Fahrzeugkäufe, dafür aber für die laufenden Investitionen der Kreisfeuerwehr, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes Mittel von 308.800 € bereithält. „Ein erheblicher Teil davon kommt der Kreisausbildung junger Einsatzkräfte – u.a. Simulator für Lkw-Rettung und Rettungssatz für Ausbildung in Absturzsicherung/Höhenrettung – zugute“, erklärte Hagerodt. KBM Kühle zeigte sich mit dem Ausbildungsstand der Kreis-Wehren - lt. Untersuchung der Bertelsmannstiftung Platz 7 von rd. 90 ländlich strukturierten Landkreisen – mehr als zufrieden. Er lobte die gute Nachwuchsgewinnung über inzwischen 25 Kinderfeuerwehren mit rd. 450 Mitgliedern. Probleme sah er in fehlender Kartierung von Photovoltaik-Anlagen bei Einsätzen. Neue Herausforderungen gibt es nach seinen Worten ebenfalls durch Biogasanlagen und durch plötzlich wegbrechende Wärmedämmstoffe bei Bränden. Abschließend machte Hagerodt deutlich, dass die im Haushaltssicherungskonzept vorgesehenen Anschaffungen – TEL-Fahrzeug für den Brandschutzabschnitt Nordost in 2013, Schlauchwagen 2000 für den Standort Einbeck in 2014 – unabhängig von laufenden Fusionsüberlegungen und nicht weiter aufschiebbar seien.