„Hilfe – ich kapier’ das nicht!“

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In verschiedenen Arbeitsgruppen haben die Lehrkräfte Vorschläge erarbeitet, ihren Schülerinnen und Schülern das Textverstehen zu vereinfachen. Hier machen sich Julia Hermann von der Eggeschule aus Willebadessen und Cornelia Tiemann von der Hauptschule Warburg (vorne von links) Gedanken, wie man die Klippen der Fachsprache am besten umschifft.

© Foto: privat

Brakel (ozm) - „Ohne Sprache geht's nicht – egal in welchem Fach." Beate Schulenberg vom Bildungsmanagement des Kreises Höxter bringt es auf den Punkt. Und das ist auch der Grund für eine Fachtagung im Kreisberufskolleg Brakel, die sich ganz speziell mit Textarbeit und Lesekompetenz im Fachunterricht der Klassen 5 bis 10 beschäftigt.
„Es gilt, die Sprache zu fördern und sprachsensibel in allen Fächern zu unterrichten", macht Beate Schulenberg deutlich, dass Lesekompetenz und der Umgang mit Sprache keineswegs nur für das Fach Deutsch von großer Bedeutung sind. Deshalb richtet sich das Bildungsmanagement des Kreises Höxter mit seiner Fachtagung ganz bewusst nicht an Deutschlehrer, sondern an die Lehrkräfte durchaus textlastiger Fächer wie Geographie, Biologie, Geschichte oder Politik, um nur einige Beispiele zu nennen.
Gerade auch wegen der Fachbegriffe stoßen die Schülerinnen und Schüler bei der Textarbeit an ihre Grenzen, denen es sonst noch gelingt, sich trotz eines kleines Wortschatzes und geringer Grammatikkenntnisse in der mündlichen Kommunikation zu behaupten und ihre Sprachschwierigkeiten zu verdecken. So entstehen Defizite nicht durch inhaltlich-fachliche Probleme, sondern aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten. „Je länger die Schulzeit dauert, desto komplizierter ist der sprachliche Anspruch, den der Unterricht stellt", weiß Beate Schulenberg. „Der Unterschied zwischen Umgangssprache und Schulsprache nimmt weiter zu. Viele Schüler und Schülerinnen verlieren zunehmend den Anschluss."
Einen Tag lang haben Fachlehrkräfte aus dem Kreis Höxter in Brakel die Merkmale und Schwierigkeiten der Fachsprachen analysiert und in verschiedenen Arbeitsgruppen Wege erarbeitet, das Textverstehen für die Schülerinnen und Schüler zu erleichtern. Diese Anwendungsideen werden nun im eigenen Unterricht eingesetzt, bis sich die Teilnehmer im Mai zum zweiten Mal treffen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und weiter zu entwickeln.