Erfurt (co) - Was haben deutsche Gedicht-Klassiker und HipHop gemeinsam? Nicht allzu viel, denkt man zunächst. Doch beim Bildungsprojekt „Rap macht Schule“ werden die Gedichte von Goethe und Schiller gerappt, mit coolen HipHop-Beats unterlegt und von einem lässigen Typen vorgetragen. So kommen Goethes „Der Zauberlehrling“ und Schillers Ode „An die Freude“ auch bei jungen Leuten gut an. Die Schüler und Lehrer der Edith-Stein-Schule waren von dieser neuen Verbindung begeistert.
Die Idee dazu hatte der Künstler und Rapper Christian Weirich alias Doppel-U. Sein Anliegen ist es die Texte deutscher Klassiker jungen Menschen auf dem Wege des modernen HipHop nahe zu bringen. Seine engagierte Tätigkeit wird von Kulturministerien, Goethe-Instituten und Schulbuchverlagen empfohlen. Bereits seit sechs Jahren tourt er mittlerweile weltweit durch Schulen, Bibliotheken und sonstige Kultur- und Bildungseinrichtungen und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit.
Eine Erklärung für den Künstlernamen Doppel-U ist im übrigen seine Herkunft. Christian Weirich wurde in Jena-Winzerla geboren - W gleich Doppel-U.
Doch Christian Weirich rappt nicht nur, sondern er erklärt auch. Ohne belehrend zu wirken spricht der Rapper über den eingeschränkten Wortschatz der Menschen unserer Zeit - ein Grund dafür, dass die Klassiker, die wesentlich mehr Worte verwendeten, manchmal so schwer zu vetsehen sind. Er erklärt, warum es dennoch oder gerade deshalb wichtig ist, offen und neugierig zu bleiben. Dabei geht es nicht nur um den Umgang mit der deutschen Sprache, sondern auch und besonders mit allem Fremden und zunächst Unverständlichen. „Der Zauberlehrling“ wird zum Anlass, über das Eingestehen von Fehlern zu sprechen. „Hey, ich hab Mist gebaut, bitte hilf mir“, so rät er Kindern und Jugendlichen, mit Fehlern umzugehen. In einem von Christian Weirich selbst geschriebenen Text geht es um die Entscheidung „Hausaufgaben oder Zocken“. Sein Kommentar dazu: „Verspielt nicht euer Leben! Wenn ihr Pflichten habt, dann erfüllt sie bitte!“ Lernen und der Umgang mit Sprache können Spaß machen - das ist das Resümee dieses Nachmittags. So ungezwungen und lässig vermittelt, kommt diese Botschaft auch bei den Schülerinnen und Schüler an.
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