Sonderausstellung bei Topf & Söhne

„Unersetzbar – eine Begegnung mit Überlebenden“

Erfurt (dp) – Dort, wo das grausame Wirken der Ofenbauer von Auschwitz dokumentiert wird, gibt es jetzt eine Sonderausstellung, die Überlebenden des Nazi-Regimes gewidmet ist.

Bild anzeigen

Dr. Annegret Schüle und Reinhard Schramm an einem Monitor, der Reinhard Schramms  Geschichte zeigt.

© Foto: dp

Ab 1. Juni ist bei Topf & Söhne die Ausstellung „Unersetzbar – Begegnung mit Überlebenden“ zu sehen. Sie zeigt die Lebenswege von fünf Überlebenden und ihren Familien: Esther Bejarano, Eva Pusztai, Günter Pappenheim, Waltraud Reinhardt und Reinhard Schramm, der an der Eröffnungsveranstaltung teilnahm. Reinhard Schramm, ein deutscher Jude und heutiger Vize-Präsident der jüdischen Gemeinde, geboren 1944, kennt das Grauen nicht mehr aus eigenem Erleben. Er kann sich aber sehr gut an die Tränen seiner Mutter erinnern, die diese an den Todestagen von Familiemitgliedern vergoss. Sie waren in den Vernichtungslagern gestorben.

Das Zeugnis der Überlebenden ist eine große Chance für diese Ausstellung, formulieren sie doch ihr Vermächtnis an die nachfolgenden Generationen. „Wir wollen wachsam sein. Faschismus ist ein Verbrechen und bleibt ein Verbrechen“ sagte beispielsweise Günter Pappenheim, der 1925 in Schmalkalden geboren wurde,  in einem Interview im Jahr 2012. Alle Überlebenden unterstützten das Team um Dr. Annegret Schüle, der Leiterin des Erinnerungsortes, nach ganzen Kräften. Da war zum Beispiel Eva Pusztai, die die Interviews führte, diese für die Monitore auf Band schnitt. Sie kommt jedes Jahr nach Erfurt, besucht dann auch das ehemalige KZ Buchenwald. 

Oder eben Reinhard Schramm, der Dokumente zur Verfügung stellt: Briefe an die Familie, Fotos und andere Erinnerungen. „Die Überlebenden haben uns immer noch etwas zu sagen und sie unterstützen uns“, erklärte er. Der Erinnerungsort Topf & Söhne, wo die Verbrennungsöfen für das Krematorium in Auschwitz hergestellt wurden, zeigt einen besonders grausamen Aspekt der Menschenvernichtung. Deshalb ist es auch so wertvoll, dass Überlebende und Familienangehörige diesen Ort unterstützen, ihm ihre Geschichte und Zeugnisse anvertrauen, die für sie von unschätzbarem Wert sind. Und deshalb ist auch diese Ausstellung so wertvoll und wichtig. Sie wird noch bis zum 27. Januar 2013 gezeigt.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile