Suhl (HH) – Thüringens größte Stadt südlich des Rennsteiges ist kulturell nicht nur Volksmusik und Schlagerparade im Congresscentrum: Beim Schrei aus der Provinz ist der Name Programm: Das herbstliche Kunst- und Kulturfestival will wachrütteln – Künstler, Zuschauer und Geldgeber.
Für den gestrigen Abend scheint das jedenfalls gelungen. Im Suhler Kino „Cineplex" gastierte der Schauspieler Thomas Thieme, bekannt als Finsterling in den Filmen „Der Untergang", „Der Baader-Meinhof-Komplex" oder „Das Leben der Anderen". Letzterer wurde als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar belohnt. Interviewt wurde der Theatermann von seinem Kritiker Frank Quilitzch von der Thüringer Landeszeitung. Thieme entpuppte sich in dem halbgefüllten Kinosaal als geistreicher, sympathischer und witziger Gesprächspartner. Anschließend wurde die ZDF-Dokumentation „Der Mann aus der Pfalz" aufgeführt, eine umstrittene Helmut-Kohl-Biografie, in der der große Mime die Hauptrolle spielt. Ähnlich anspruchsvoll waren bisher alle 16 Veranstaltungen des Provinzschreies. Dabei ging es in die unterschiedlichsten Aufführungsorte: Autohaus, Kirche, Museum, Schule, Hotel, Schloss und Bücherei. Sie alle gaben eine besondere Kulisse für Lesung, Ausstellung, Tanz, Theater, Konzert und Themenabend. Bis 25. September sind noch 9 weitere Events geplant. Hendrik Neukirchner, vom Verein Provinzkultur, verspricht, dass es auf dem vorgegebenen Niveau weitergehen wird. Er verweist auch auf zwei zusätzliche Buchlesungen am 25. und 29. Oktober in Suhl.
11. Provinzschrei in Suhl
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