Rhön (ck/fh) - „Nein, das geht ja gar nicht“, meinte Jürgen Holzhausen auf die Frage, ob er sich denn nun komplett aus der Arbeit des Biosphärenreservats Rhön zurückzieht. „Ich sitze zwar nicht mehr an meinem Schreibtisch, aber das ändert nichts an meiner Begeisterung für die Region“, meinte der langjährige Mitarbeiter der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, der nun seinen Vorruhestand antrat. Zu seiner Verabschiedung waren Freunde, Kollegen sowie die Mitarbeiter der bayerischen, hessischen und Thüringer Verwaltungsstelle gekommen.
Der letzte Arbeitstag war für Jürgen Holzhausen nach eigener Aussage nicht nur Freude, sondern zog auch etwas Wehmut nach sich. In der Tat fiel ihm das Lachen bei manchen Worten, die die Redner für sein Engagement fanden, nicht einfach. Besonders bekannt ist Jürgen Holzhausen für seine Verdienste auf dem Gebiet der Ornithologie in der Rhön. „Wo früher die Grenzer im Gras lagen, habe ich in der heutigen Zeit fotografiert. Das Faszinierende an unserer Rhönlandschaft ist die Weite und Stille – beides ist gut für die Seele“, meinte er.
Schon als Kind sei Jürgen Holzhausen sehr naturbegeistert gewesen, sagte der Leiter der Thüringer Verwaltungsstelle, Karl-Friedrich Abe. Mit Leidenschaft und Freude habe er stets versucht, die einmalige Kulturlandschaft zu erhalten. „Es war sehr wertvoll für uns, dass wir Dich für unsere Arbeit gewinnen konnten. Du warst ein wichtiger Ideengeber, auch für solche Projekte wie den Geba-Garten oder das Modelldorf Kaltensundheim“, wandte sich Abe an Holzhausen. Mit seiner Kontaktfreudigkeit und Entschlossenheit sei Jürgen Holzhausen mit den Menschen in Thüringen sehr schnell warm geworden.
„Ich glaube, ich würde heute gar nichts anders machen als damals“, sagte Holzhausen, nachdem er die Urkunde des Thüringer Ministeriums über sein Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben aus den Händen von Karl-Friedrich Abe erhalten hatte und meinte damit seine Anfängerfehler, mit denen er in so manches Fettnäpfchen trat. „Wir müssen natürlich auch kritisch hinterfragen, ob wir immer alles richtig gemacht haben. Aber wir setzen uns mit unserer Arbeit für unsere Mitgeschöpfe ein, und das ist unbedingt notwendig“, hob Jürgen Holzhausen hervor. Leider sei es jedoch bei der öffentlichen Meinungsbildung üblich, dass oft nur das Negative gesehen wird.
In Zukunft wird sich Jürgen Holzhausen mehr seiner Familie sowie der Zucht seltener Hühner- und Taubenrassen widmen, verriet er. Aber auch bei Kartierungsarbeiten für das Biosphärenreservat Rhön wird er nicht fehlen – und immer dann, wenn sein Rat gebraucht wird, will er da sein.