Sonneberg/Suhl (IHK/rl) - An der Online-Ausbildungsumfrage des Jahres 2012 der IHKs haben sich bundesweit rund 14.500 Mitgliedsunternehmen beteiligt, darunter auch Südthüringer Ausbildungsunternehmen. Die Anforderungen an die Südthüringer Unternehmen bei der Gewinnung von Auszubildenden sind anhand der vorliegenden Zahlen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen. So konnten 2011 nur 53 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden, waren es noch im Jahr zuvor 66 Prozent. Die Gründe dafür sehen 68 Prozent der befragten Unternehmen darin, dass keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. 28 Prozent der Unternehmen geben an, überhaupt keine Bewerbungen erhalten zu haben, während es im Vorjahr nur rund 5 Prozent waren.
„An der Überwindung der Hürde der prägnant vorhandenen mangelnden Ausbildungsreife der Jugendlichen, die mit 80 Prozent als Grund für die Bewerbungsdefizite angegeben wurde, arbeiten die Unternehmer aktiv mit den regionalen Schulen, den Arbeitsagenturen sowie den Ausbildungsberatern der IHK eng zusammen“, so Steffen Spitzner, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK Südthüringen.
In dem unverkennbar entstandenen Wettbewerb um die heranwachsenden Fachkräfte sind für die Betriebe lukrative Ausbildungsvergütungen, verbesserte Arbeitsbedingungen, Internatsplätze, Reisekostenerstattungen sowie engagierte Lernhilfen fast schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Das widerspiegelt sich auch deutlich an der gestiegenen Bereitschaft zur Übernahme der Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung, die sich auf 64 Prozent der Befragten (46 Prozent im Vorjahr) beziffert.
Um der Fachkräftesicherung über die duale Berufsausbildung weiter gerecht zu werden, engagieren sich die regionalen Akteure vor allem in der wirtschaftsnahen Berufsorientierung zur Verbesserung der Ausbildungsreife leistungsschwacher Jugendlicher. Hierbei gilt es umso mehr, die Schüler zu einer fundierten Berufswahl zu motivieren und durch Betriebspraktika für das spätere Ausbildungs- und Berufsleben zu sensibilisieren. Die Auflösungsquote von Ausbildungsverhältnissen liegt mit knapp 15 Prozent deutlich zu hoch.